WM-Maskottchen nicht gefragt
Goleo-Hersteller Nici stellt Insolvenzantrag

Die Lage des Spielzeug-Herstellers Nici hat sich am Dienstag dramatisch verschlimmert: Nach dem schwachen Absatz des WM-Maskottchens „Goleo“ wurde nun Insolvenzantrag gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem wegen eines Vorwurfs der Bilanzfälschung. Chef und Mitbegründer Ottmar Pfaff musste bereits gehen.

HB ALTENKUNSTADT. Als Grund für den Insolvenzantrag gab die Nici AG Zahlungsunfähigkeit an, wie ein Sprecher des Amtsgerichtes Coburg sagte. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter sei der Rechtsanwalt Michael Jaffé bestimmt worden. Die Firma aus dem oberfränkischen Altenkunstadt gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Bereits am Montag hatte das Management erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten eingeräumt. Ein Grund sei der schlechte „Goleo“-Verkauf. Laut Branchenkreisen, die die „Süddeutsche Zeitung“ am Dienstag zitierte, hatte Nici für die „Goleo“-Lizenz rund 28 Mill. Euro bezahlt.

Pfaff wurde nach Angaben des Aufsichtsrats-Chefs Albert Preis schon vor Tagen seines Amtes enthoben. Dagegen hatte noch am Montag ein Mitglied des Managements die Abberufung Pfaffs dementiert.

Inzwischen geriet das Unternehmen auch ins Visier der Justiz. Der Staatsanwaltschaft Hof liege eine Anzeige mit dem Vorwurf der Bilanzfälschung vor, sagte ein Sprecher der Behörde. Die Anzeige stamme von einem Anwalt. Die Staatsanwaltschaft prüfe die strafrechtliche Relevanz der Vorwürfe.

Ein Nici-Manager hatte am Montag gesagt, die Firma wolle mit der Insolvenz schnell und flexibel auf die schwierige Situation reagieren, „um dem Tagesgeschäft wieder nachgehen zu können“.

Der Plüschtierhersteller ist in der laufenden Saison auch Trikotsponsor des Basketball-Bundesligisten GHP Bamberg. Nici sei bislang allen seinen Verpflichtungen nachgekommen, erklärte GHP-Präsident Wolfgang Heyder. Ottmar Pfaff hatte das Unternehmen 1986 gemeinsam mit seiner Frau Marina gegründet. Zuvor hatte die Familie bereits mehrere Jahre lang in Heimarbeit Plüschtiere hergestellt. 1999 erfolgte die Umwandlung in eine AG. 2004 erwirtschaftete Nici bei einem Umsatz von 130 Mill. Euro einen Gewinn von 12,2 Mill. Euro.



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