Würth
Das neue „Dream-Team“

Robert Friedmann und Bettina Würth sind das neue Tandem an der Spitze des weltweit führenden Schraubenhändlers Würth. Bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart haben sie ihren ersten gemeinsamen Auftritt.

STUTTGART. Beide posieren im Stuttgarter Hotel Zeppelin für die Kamera und lächeln – fast so vertraut wie ein Paar. Robert Friedmann und Bettina Würth sind das neue Tandem an der Spitze des weltweit führenden Schraubenhändlers Würth.

Er sportlich, 39, Kurzhaarschnitt und mit obligatorisch dunklem Anzug amtiert seit einem Jahr als Sprecher der Konzernführung. Sie, 44, dunkler Teint, modische Jacke selbstbewusst mit Hose kombiniert, führt den Unternehmensbeirat. Die Harmonie ist nach Aussage von Firmenkennern nicht gespielt.

Es ist ihr erster gemeinsamer Auftritt bei einer Jahrespressekonferenz. „Wir sind eine Generation und haben keine Berührungsängste“, sagt die Tochter von Reinhold Würth. Der Nachkriegspionier formte aus dem kleinen Schraubenhandel seiner Eltern einen Weltkonzern. Im vergangenen November hatte der 70-jährige Vater ihr seinen Posten als Chef des Beirats angetragen. Damals überraschend, weil keiner im Unternehmen glaubte, der charismatische Chef würde richtig loslassen können.

Aufmerksam verfolgt Bettina Würth Friedmanns Vortrag. Das weltweit führende Handelsunternehmen für Befestigungstechnik wird auch in diesem Jahr zweistellig wachsen. Allein in den ersten vier Monaten legte der Umsatz um zwölf Prozent und der Gewinn um 23 Prozent zu. Bis zum Jahresende will Friedmann den Umsatz auf 7,6 Mrd. Euro nach oben schrauben. Schon 2004 hatte das Unternehmen aus Künzelsau um 11,5 Prozent auf 6,9 Mrd. Euro zugelegt - Höchstmarke in der 60-jährigen Firmengeschichte ebenso wie das Betriebsergebnis von 455 Mill. Euro.

Friedmann sagt Sätze wie: „Die unbedingte Lust am Verkaufen treibt uns an.“ Würth will die Vertriebsmannschaft weiter ausbauen. Von den weltweit 52 085 Beschäftigten arbeiten 28 000 im Außendienst. Der direkte Kontakt zu den Kunden gilt als Erfolgsgeheimnis. Dabei zählt die Bewährung an der Verkaufsfront mehr als ein Abschluss in Harvard.

Friedmann und seine Beirats-Chefin sind selbst die besten Beispiele. Der gebürtige Lindauer machte zunächst eine kaufmännische Lehre in einem kleinen Familienbetrieb am Bodensee. „Das hat mich geprägt. Dort lernte ich mit einer mitunter schwierigen Eigentümerfamilie umzugehen“, sagt Friedmann im Rückblick.

Doch der Familienvater zweier Kinder wollte mehr. Er holte mit 22 Jahren das BWL-Studium an der FH Pforzheim nach und hängte noch ein Jahr MBA-Studium in den USA dran. Seine Kommilitonen träumten von einer Karriere bei McKinsey oder Procter&Gamble und belächelten ihn nur, als er von seiner ersten Stelle sprach: „Würth - what?“

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