Wyser-Pratte steigt ein
„Vossloh-Chef muss sich warm anziehen“

Guy Wyser-Pratte hat wieder zugeschlagen und engagiert sich bei dem MDax-Konzern Vossloh. Der US-Finanzinvestor drängt nun darauf, dass sich das Unternehmen auf seine Stärken besinnt. Konkret heißt das: Der Verkehrstechnikkonzern soll Geschäftsbereiche abstoßen. Für Wyser-Pratte steht auch schon fest, welche.

DÜSSELDORF. Das bereits erworbene Aktienpaket von drei Prozent des MDax-Konzerns werde er „weiter erhöhen“, sagte Wyser-Pratte dem Handelsblatt. Der als „Firmenjäger“ bekannte Investor beeinflusst auch bei einem geringen Beteiligungsbesitz oft massiv die Strategie von Unternehmen. Vossloh-Vorstandschef Gerhard Eschenröder zeigte sich von dem Vorstoß des US-Investors völlig überrascht.

Wyser-Pratte sagte, der vor allem in der Schienenverkehrstechnik tätige Vossloh-Konzern mit einem Umsatz von rund 1 Mrd. Euro müsse umgebaut wertden. „Das Unternehmen sollte sich auf seine Stärken konzentrieren.“ Diese lägen etwa in der Schienenbefestigungstechnik und nicht unbedingt im Bau von Diesel-Lokomotiven. Vossloh baut in Kiel dieselbetriebene Rangier- und Langstreckenlokomotiven.

Mit den einflussreichen Familienaktionären, die rund ein Drittel des Kapitals halten, habe er noch nicht gesprochen, werde dies aber bald tun, kündigte der Investor an. Darüber hinaus „freue ich mich auf künftige Diskussionen mit dem Management“, fügte er hinzu. Vossloh werde sich von einem Teil seiner Aktivitäten trennen müssen, das Unternehmen habe aber viel Potenzial.

Vorstandschef Eschenröder sagte dem Handelsblatt, Vossloh sei gegenüber Wyser-Pratte „offen und gesprächsbereit wie gegenüber jedem Aktionär“. Der Vossloh-Aufsichtsratsvorsitzen-de Wilfried Kaiser räumte allerdings mit Blick auf Wyser-Prattes oft als rigoros beschriebenes Vorgehen ein, ob dessen Engagement beim Bahntechnikkonzern „Freude oder Verdruss bringt, muss die Zeit erbringen“.

In Branchenkreisen hieß es, Vossloh-Chef Eschenröder „wird sich verdammt warm anziehen müssen. Wyser-Pratte wird ihn dazu zwingen, in höchstem Maße professionell zu arbeiten und äußerste Transparenz zu schaffen“. Außerdem rechnet die Branche damit, dass der Investor den Einfluss der Familienaktionäre, denen gut ein Drittel des Unternehmens gehört, zurückdrängen will.

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