Yukos-Aktien ziehen den russischen Aktienmarkt ins Minus
Fusion von Yukos mit Sibneft auf der Kippe

Chaotische Zustände in Russland: Der russische Ölkonzern Sibnet hat die Fusion mit seinem Wettbewerber Yukos abgesagt. Doch Yukos sieht das anders.

HB MOSKAU. Yukos will die Fusion mit dem Wettbewerber Sibneft weiter vorantreiben, nachdem dieser am Freitag überraschend eine vorübergehende Aussetzung des Zusammenschlusses angekündigt hatte.

„Der Fusionsprozess wird fortgesetzt“, sagte Yukos-Chef Simon Kukes in Moskau zu Reportern. Er äußerte sich zugleich überrascht über die Ankündigung Sibnefts. Darüber sei er zuvor nicht informiert worden. Sibneft hatte mitgeteilt, die Entscheidung zum Aussetzen der Fusion sei gemeinsam von den wichtigsten Aktionären beider Unternehmen getroffen worden. Ein Yukos-Sprecher hatte unmittelbar danach gesagt, es handele sich nicht um eine gemeinsame Erklärung der beiden Konzerne.

„Wir als das Management werden alles so machen, wie es in dem Plan steht, der vor einem Monat vereinbart wurde“, sagte Kukes. Die Fusion zwischen Sibneft und Yukos würde den viertgrößten nichtstaatlichen Ölkonzern der Welt entstehen lassen, der so viel Öl produzieren würde wie Kuwait. Yukos-Sibneft wäre zudem der größte russische Ölkonzern. Die Ankündigung Sibnefts hatte am Freitag die Yukos-Aktien zeitweise um bis zu elf Prozent abstürzen lassen.

Ende Oktober war der damalige Yukos-Chef Michail Chodorkowski wegen Betrugs und Steuerhinterziehung festgenommen worden. Wenige Tage später hatte die Staatsanwaltschaft einen großen Teil der Yukos-Aktien beschlagnahmt. Die Vorgänge hatten das Vertrauen von Investoren in den Wirtschaftsstandort Russland erschüttert, da sie von Kritikern als Signal für eine wachsende Einmischung des Staates in Belange der Firmen gewertet wurden. Chodorkowski, der als reichster Mann Russlands gilt, war kurze Zeit danach zurückgetreten.

Eigentlich sollte die Aktionärsversammlung die im April verkündete Fusion formell abschließen und den Aufsichtsrat der neuen Aktiengesellschaft YukosSibneft wählen. Vorsitzender des Aufsichtsrates sollte Jewgeni Schwidler von Sibneft werden.

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