Zahlen deutlich unter den Erwartungen der Analysten
Ordereinbruch bei CD-Produktionsspezialist Singulus

Der Hersteller von CD- und DVD-Produktionsanlagen Singulus hat im ersten Quartal einen Ordereinbruch verzeichnet und bei Umsatz sowie operativem Ergebnis die Analystenerwartungen deutlich verfehlt.

HB FRANKFURT. Der Auftragseingang ging von Januar bis März auf 34,3 Millionen Euro zurück nach vergleichbaren 139,9 Millionen Euro im Jahr davor, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Der Umsatz reduzierte sich auf 50,4 Millionen Euro, verglichen mit 69,4 Millionen Euro nach angepassten IFRS-Bilanzzahlen. Er lag damit noch unter der schon pessimistischsten Schätzung der von Reuters befragten Analysten, die im Schnitt von 56,3 Millionen Euro ausgegangen waren. Weniger als 51 Millionen Euro hatte kein Analyst vorhergesagt. Das operative Ergebnis (Ebit) ging auf 0,9 Millionen Euro zurück nach 6,6 Millionen Euro vor Jahresfrist. Im Schnitt hatten Analysten 3,5 Millionen Euro erwartet.

Das im TecDax gelistete Unternehmen verwies auf einen weiterhin schwachen asiatischen Markt und zurückhaltende Investitionen der Kundschaft in den USA. Auch im europäischen Markt habe der Auftragseingang nicht das Volumen des Vorjahres erreichen können. Das Unternehmen rechnet jedoch mit einer Trendwende bei Umsatz und Ergebnis im zweiten Halbjahr. Im März hatte Singulus bereits angekündigt, eine stärkere Nachfrage sei erst wieder vom dritten Quartal an zu erwarten. Umsatz und Ergebnis würden im Gesamtjahr 2005 somit „deutlich unter Vorjahr“ liegen, hatte Vorstandschef Roland Lacher gesagt.

Bereits im vierten Quartal des Vorjahres hatte das Unternehmen aus dem bayerischen Alzenau einen Einbruch beim Auftragseingang um mehr als 40 Prozent verbucht und darauf mit einem Sparprogramm und dem Abbau von 120 Arbeitsplätzen reagiert.

Gründe für die Flaute sind Probleme bei CD- und DVD-Produzenten vor allem in Asien, die sich mit Neuinvestitionen zurückhalten: Sie sind getroffen von einem nahezu verdoppelten Preis für den Speicherplatten-Kunststoff Polycarbonat. Zum anderen ist die Nachfrage nach Maschinen auch bei Produzenten bespielter CD und DVD in Nordamerika schwach. Grund: So lange unklar ist, welches Format sich als Speicherstandard der dritten Generation optischer Speicherscheiben durchsetzen wird, warten die Hersteller mit Bestellungen.

Die neuen Scheiben werden mit Kapazitäten von bis zu 50 Gigabyte fürs hoch auflösende TV benötigt. Noch konkurrieren hier zwei Konsortien mit verschiedenen Systemen: Toshiba und NEC treten mit HD-DVD gegen eine von Sony geführte Koalition von Matsushita, Hitachi, Philips, Sharp, Samsung und LG mit dem Format Blu-Ray an.

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