Zahlen fürs dritte Quartal
IWKA leidet Not

IWKA hat im dritten Quartal die Probleme seiner wichtigsten Kunden - der Automobil-Hersteller - heftig zu spüren bekommen. Der Maschinen- und Anlagenbauer rutschte tief in die roten Zahlen. Erst 2007 soll es besser werden. An eine Aufspaltung des Konzerns denkt der Vorstandsvorsitzende jedoch offenbar nicht.

HB KARLSRUHE. „IWKA überprüft das gesamte Portfolio und setzt die Bereinigung um unrentable und nicht strategische Einheiten konsequent um“, teilte der Konzern am Mittwoch in Karlsruhe mit. Der Bereinigungsprozess des Portfolios und das schwache wirtschaftliche Umfeld ließen für 2005 ein negatives Ergebnis nach Steuern erwarten. Die Konsolidierung werde bis Ende 2006 abgeschlossen sein.

Der Konzernumbau ziele auf eine Konzentration auf das Geschäftsfeld Automatisierung. „Die Automatisierung ist die übergeordnete thematische Klammer der IWKA-Aktivitäten“, teilte das seit September von einem neuen Konzernchef geführte Unternehmen mit. Zunächst will sich IWKA von der unrentablen Zerspanungstechnik trennen. Für den Verkauf der Ex-Cell-O-Gruppe sei mit einem Kaufinteressenten bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet worden. Bei der Veräußerung der mehrmals vergeblich sanierten Gruppe wird voraussichtlich ein Verlust anfallen, der das Konzernergebnis belastet.

Im dritten Quartal verbuchte IWKA einen Verlust von 33,5 Millionen Euro nach einem Überschuss von 11,2 Millionen Euro vor einem Jahr. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Drittel des Verlusts gerechnet. Auch das operative Ergebnis von 0,5 Millionen Euro lag deutlich unter den Erwartungen der Branchenexperten. Der mit Industrie-Robotern, Automobiltechnik und Verpackungsmaschinen erzielte Umsatz legte um 8,2 Prozent auf 479,3 Millionen Euro zu, fiel damit aber ebenfalls schlechter als vom Finanzmarkt erwartet aus. Die stark rückläufigen Auftragseingänge und der Margendruck aus der Automobilindustrie würden negativ zu Buche schlagen, erläuterte IWKA.

Die IWKA hat sich aber indirekt für ein Festhalten an den drei Sparten Automobil-, Roboter- und Verpackungstechnik ausgesprochen. „Die strategische Ausrichtung der IWKA-Gruppe bietet gute Voraussetzungen, um notwendige Ausgleichsmechanismen zwischen den Geschäftsfeldern in Gang zu setzen“, teilte der neue Vorstandsvorsitzende Wolfgang-Dietrich Hein im Quartalsbericht mit. Großaktionäre - allen voran der US-Investor Guy Wyser-Pratte - hatten in den vergangenen Monaten wiederholt die Zerschlagung des weitgestreuten Konglomerats und die Konzentration auf die Robotertechnik gefordert.

Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten IWKA-Aktien gaben im frühen Handel knapp fünf Prozent auf 18,45 Euro nach. Am heutigen Mittwoch ist außerordentliche Hauptversammlung, wo nach den Unruhen um den Einstieg von Wyser-Pratte neue Aufsichtsräte gewählt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%