Zahlungsmoral der jungen Klientel schlecht
Schlechte US-Zahlungsmoral verhagelt Mitsubishi Gewinn

Die schlechte Zahlungsmoral der überwiegend jungen US-Kundschaft und der Absatzeinbruch in den USA macht dem japanischen Daimler-Chrysler-Partner Mitsubishi Motors im laufenden Geschäftsjahr einen Strich durch die Erfolgsrechnung.

Reuters TOKIO. Das operative Ergebnis werde 2003/04 (zum 31. März) auf 60 Mrd. Yen (rund 440 Mill. €) von 83 Mrd. Yen ein Jahr zuvor zurückgehen, teilte Mitsubishi am Donnerstag in Tokio mit. Bisher hatte das Unternehmen, an dem DaimlerChrysler mit 37 % beteiligt ist, einen Anstieg auf 90 Mrd. Yen erwartet. Netto sollen nach der neuen Prognose nur noch zehn (Vorjahr: 37) Mrd. Yen statt 40 Mrd. Yen Gewinn zu Buche stehen, im ersten Halbjahr erwartet der Autokonzern sogar einen Verlust. Die Umsatzerwartung für das Geschäftsjahr nahm Mitsubishi zugleich um sechs Prozent auf 2,72 Billionen Yen (20 Mrd. €) zurück.

Grund für den erwarteten Rückgang sind den Angaben zufolge vor allem Abschreibungen von rund 50 Mrd. Yen auf das Finanzierungsgeschäft in den USA. Der von Daimler-Chrysler nach Japan entsandte Mitsubishi-Chef Rolf Eckrodt hatte bereits im Mai Schwierigkeiten mit der Zahlungsmoral in den USA beklagt. Mitsubishi-Fahrzeuge waren dort vor allem bei jungen Autofahrern beliebt. Eckrodt kündigte bereits damals eine Änderung der Verkaufsstrategie in Nordamerika an. Von dort hatte Mitsubishi zuletzt einen Großteil des Gewinns geschöpft. Die Spitze der US-Finanzierungstochter wurde ausgetauscht.

Zuletzt erlebte Mitsubishi aber einen Nachfrageeinbruch um 20 % in den USA, ganz im Gegensatz zu den Konkurrenten Toyota und Honda, die ihre Verkaufszahlen trotz geringerer Rabatte weiter steigerten. Mitsubishi erwartet für Nordamerika nun noch einen Absatz von 340 000 statt von 370 000 Fahrzeugen. Weltweit stieg der Mitsubishi-Umsatz im abgelaufenen Quartal dennoch um 3,5 % auf 607 Mrd. Yen. In ganz Asien, vor allem aber in China, verzeichnete der Automobilbauer steigende Umsätze. Auf dem japanischen Markt erwiesen sich vor allem der Kleinwagen „Colt“, der seit November verkauft wird, und der im Mai auf den Markt gebrachte Minivan „Grandis“ als Erfolgsmodelle.

Die Ergebnisse von Mitsubishi Motors gehen mit einem Quartal Verzögerung anteilig in die Zahlen von DaimlerChrysler ein. Der Stuttgarter Konzern will seine Beteiligung erst dann aufstocken, wenn Mitsubishi seine Milliardenschulden weiter verringert und ein höheres Ergebnisniveau erreicht hat.

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