Zehnmonats-Bilanz
Porsche peilt neue Rekorde an

Gut einen Monat vor dem Ende des Geschäftsjahres 2005/06 steuert der Sportwagenhersteller Porsche abermals auf Rekorde bei Absatz, Umsatz und beim Gewinn zu.

HB STUTTGART. Erstmals legte sich Porsche am Montag darauf fest, dass auch der Gewinn den Rekordwert aus dem Vorjahr wieder übertreffen werde. Damals hatte das hoch profitable Stuttgarter Unternehmen 1,24 Milliarden Euro vor Steuern verdient. Bis Ende Juli sollten deutlich mehr als 90.000 (Vorjahr: 88.379) Fahrzeuge verkauft werden, bekräftigte Porsche. In den ersten zehn Monaten (August bis Mai) des Geschäftsjahres sei der Absatz trotz Einbußen beim in die Jahre gekommenen Geländewagen Cayenne um 14 Prozent auf 79.564 Autos gestiegen. Der Umsatz kletterte wegen des Verkaufs von mehr hochpreisigen Modell-Varianten mit 15,3 Prozent etwas stärker auf 5,96 Milliarden Euro.

Bei dem zu erwartenden Rekordergebnis seien positive und negative Sondereinflüsse zu berücksichtigen, prognostizierte Porsche. Positiv schlägt sich ein Buchgewinn aus dem Verkauf des Cabriodach-Herstellers CTS für 170 Millionen Euro an den kanadischen Zulieferer Magna nieder. Belastet wird das Ergebnis durch die Kosten für die Entwicklung des Sport-Coupes Panamera und einen schadstoff- und kraftstoffsparenden Elektro-Benzin-Motor. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte angekündigt, dass im laufenden Geschäftsjahr ein dreistelliger Millionenbetrag dafür zu Buche schlagen werde.

Von Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt mit einem Anstieg des Gewinns vor Steuern ohne Sondereffekte auf knapp 1,4 Milliarden Euro und einem Überschuss von mehr als 900 (Vorjahr: 779) Millionen Euro.

Auf das im August beginnende Geschäftsjahr 2006/07 blickt der Traditionshersteller ebenfalls mit Zuversicht. Im kommenden Jahr seien Zuwächse durch neue Varianten wie die Basisversion des geschlossenen Boxster-Modells „Cayman“ und den neuen 911 Turbo zu erwarten. Von dem Top-Modell der Baureihe will Porsche im nächsten Geschäftsjahr 6000 Stück verkaufen. Im Gegensatz zu den stark anziehenden Sportwagen-Verkäufen schrumpfte der Absatz des langjährigen Verkaufsschlagers Cayenne bis Ende Mai abermals um zwölf Prozent auf 29.711 Autos. Damit verkaufte Porsche von dem gemeinsam mit Volkswagen entwickelten Geländewagen nur noch wenig mehr Autos als von der Baureihe 911.

An der Börse wurden die Porsche-Vorzüge mit einem Abschlag von 1,4 Prozent bei 735,70 Euro gehandelt.

Durch eine Ausweitung der Schienen-Transporte innerhalb Deutschlands will Porsche Transportkosten sparen. Logistik-Chef Jürgen Wels sagte, die Verlagerung der Komponentenlieferungen zum finnischen Auftragsfertiger Valmet von der Straße auf die Schiene erspare Porsche bei gleichem Zeitbedarf 12 bis 15 Prozent der Kosten, die durch Lkw-Maut und Treibstoffkosten gestiegen seien. Mit den am Montag gestarteten Transporten fielen 7000 Lkw-Touren oder fünf Millionen Straßenkilometer im Jahr weg.

In Finnland lässt Porsche pro Woche rund 750 Fahrzeuge der Modelle Boxster und Cayman bei Valmet fertigen. Möglich machten die Einsparungen neue, gemeinsam mit der Deutschen Bahn entwickelte Lkw-Auflieger. Diese bringen von Stuttgart aus per Bahn fahrerlos Motoren und andere Zulieferteile nach Rostock und werden dort auf die Fähre nach Finnland verladen, von wo aus sie ins nahe gelegene Valmet-Werk geschleppt werden.

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