Zeitungsbericht
Ex-Siemens-Managern drohen Millionen-Forderungen

Siemens-Chef Peter Löscher greift weiter durch und will den Schaden des Schmiergeld-Skandals zumindest finanziell begrenzen: Viele frühere Siemens-Manager, die in den Skandal verwickelt sind, müssen nach Medien-Informationen mit Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe rechnen.

HB MÜNCHEN. Der Konzern habe über eine Erlanger Anwaltskanzlei von einem großen Teil der gut 40 Beschuldigten verlangt, gegen solche Ansprüche keine Verjährung geltend zu machen, berichtete die "Süddeutschen Zeitung". Die meisten der betroffenen Ex-Manager hätten daraufhin offenbar die geforderte Erklärung abgegeben. Ein Siemens-Sprecher wollte sich dazu am Samstag nicht näher äußern, erklärte aber, das Unternehmen prüfe prinzipiell immer Schadenersatzansprüche. Es handele sich um ein "übliches Vorgehen".

Dem Bericht zufolge hat Siemens damit sichergestellt, dass spätere Schadenersatzklagen nicht daran scheitern, dass die Ansprüche möglicherweise verjährt wären. Anwälte der Beschuldigten sähen in dem Vorgehen vor allem ein "Zeichen nach außen". Der Konzern wolle der amerikanischen Börsenaufsicht SEC beweisen, dass man hart vorgehe. Aus den USA droht Siemens in dem Skandal, bei dem es um dubiose Zahlungen von 1,3 Mrd. Euro geht, die größte Gefahr. Die SEC könnte wegen der Korruptionsaffäre eine Milliardenstrafe gegen den Konzern verhängen.

Siemens-Vorstandschef Peter Löscher hatte laut "SZ" zuvor in einem Rundschreiben an die heutigen Führungskräfte betont, "unserem Unternehmen wurde Schaden zugefügt, nicht von Dritten, sondern aus den eigenen Reihen". Löscher erklärte zum Korruptionsskandal, was da vielfach und über längere Zeit hinweg stattgefunden habe, seien keine "Kavaliersdelikte". Niemand könne das "mit einfachem Bedauern abhaken". Siemens werde klären, wer für was verantwortlich sei. Der Skandal hat den Konzern bislang nach dem Zeitungsbericht mehr als eine Milliarde Euro an Geldbußen, Steuernachzahlungen und Ausgaben für die internen Untersuchungen gekostet.

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