Zerstrittene Parteien
MAN und Aaraber kommen sich wieder näher

Nach einer monatelangen Schlammschlacht im Streit um die ehemalige Tochter Ferrostaal, die MAN an den Staatsfonds IPIC aus Abu Dhabi verkauft hat, zeichnet sich eine Lösung ab.
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MünchenIn den Streit um den Essener Industriedienstleister Ferrostaal kommt Bewegung. Der arabische Staatsfonds IPIC reagierte am Montag überwiegend positiv auf die Ankündigung des MAN-Chefs Georg Pachta-Reyhofen, zu konstruktiven Gesprächen über das gemeinsame Unternehmen zurückkehren zu wollen. IPIC-Manager Khadem Al Qubaisi sagte, er sei offen für solche Verhandlungen. „Unsere Absicht ist es, so schnell wie möglich eine nachhaltige Lösung in dieser Angelegenheit zu finden.“

Der Streit um die Eigentumsverhältnisse geht auf das Jahr 2009 zurück. Damals hatte der Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN 70 Prozent der Ferrostaal-Anteile an IPIC verkauft. Wenig später flog der Schmiergeldskandal bei Ferrostaal auf. IPIC weigert sich deshalb, wie vorgesehen die übrigen 30 Prozent zu übernehmen. Der Rechtsstreit galt lange als große Hürde für den anvisierten Zusammenschluss von MAN und seinem Konkurrenten Scania unter dem Dach des gemeinsamen Großaktionärs VW. Nach der Vorlage des Übernahmeangebots von VW für MAN steht das Thema aber Verhandlungskreisen zufolge nicht mehr ganz oben auf der Agenda.

Der IPIC-Mann aus Abu Dhabi goss allerdings auch etwas Wasser in den Wein: MAN habe in der Vergangenheit nicht in gleicher Weise nach einer Lösung gesucht. „IPIC's Ziel ist die vollständige Kompensation für die finanziellen Auswirkungen von Ferrostaals belasteter Vergangenheit.“ Dabei gehe es aber nicht um die Absicherung allgemeiner Geschäftsrisiken. „Selbstverständlich würde eine Einigung zugleich eine Einstellung der Schiedsklage auf Rückabwicklung bedeuten, was als solches schon ein erhebliches Zugeständnis ist“, sagte Al Qubaisi.

Ablehnung des VW-Angebots

MAN-Chef Pachta-Reyhofen hatte zuletzt seinen Aktionären empfohlen, das Übernahmeangebot von Volkswagen abzulehnen. Der Lastwagenbauer sei mehr wert, als VW dafür biete, sagte Pachta-Reyhofen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Das von VW gemachte Pflichtangebot ist nicht angemessen, das belegen die Gutachten, die Vorstand und Aufsichtsrat unabhängig voneinander in Auftrag gegeben haben. Wer an einer weiteren Wertsteigerung von MAN teilhaben will, muss seine Aktien behalten.“

VW hat 95 Euro je MAN-Aktie geboten, um diesen Wert pendelt die Aktie seither. „Der aktuelle Kurs spiegelt noch nicht die potenziellen Synergien wider, die durch eine engere Kooperation mit Scania und VW entstehen können“, betonte Pachta-Reyhofen. Das Geschäft im laufenden Jahr übertrifft nach Aussage des MAN-Chefs alle Prognosen. „Wir haben die Produktion enorm hochgefahren: 2009 haben wir in Deutschland 36.000 Lastwagen hergestellt, dieses Jahr werden es rund 80.000, dazu kommen noch 70.000 in Brasilien: 150.000 Stück insgesamt. Das ist ein Wort, deutlich über allen Plänen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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