Zeugenaussage
Banker half Parmalat bei Falschdarstellung

Ein Angestellter der Bank of America soll für eine irreführende Presseerklärung mitverantwortlich sein.

Bloomberg MAILAND. Ein Mitarbeiter von Bank of America Corp. hat offenbar dabei mitgewirkt, den Aktienkurs von Parmalat Finanziaria SpA Ende des Jahres 1999 um 17 Prozent nach oben zu treiben. Das war der größte Kursgewinn innerhalb eines Tages für den italienischen Molkereikonzern. Der Bankmitarbeiter ermutigte Parmalat, einen Kredit von 300 Mill. Dollar als Aktienemission zu charakterisieren. Dies geht aus einer Zeugenaussage des Mitarbeiters vor Gericht und anderen Dokumenten hervor. Die Dokumente zeigen, dass Luca Sala, damals Leiter des Bereichs Unternehmensfinanzierung bei der Bank of America in Mailand, am 18. Dezember 1999 bei einem Entwurf für eine Presseerklärung von Parmalat mitgewirkt hat. Darin heißt es, eine nordamerikanische Investorengruppe unter der Führung der Bank werde einen Anteil von 18 Prozent an der wichtigsten brasilianischen Tochtergesellschaft des Molkereikonzerns erwerben.

In der Pressemitteilung wurde die Tochtergesellschaft von Parmalat mit etwa 1,35 Mrd. Dollar bewertet. Das entsprach damals etwa zwei Dritteln des gesamten Marktwerts von Parmalat. Investoren kamen daraufhin zu dem Schluss, die Aktie sei unterbewertet und trieben den Kurs auf ein Sieben-Monats-Hoch.

Den Unterlagen zufolge, die dem italienischen und dem US-amerikanischen Gerichten vorgelegt wurden, handelte es sich aber nicht um ein Aktiengeschäft. Sondern es ging um die Privatplatzierung eines Kredites im Volumen von 300 Mill. Dollar, der teilweise durch die brasilianische Beteiligung besichert war.

„Das Geschäft war von Anfang an nie ein Aktieninvestment“, lautet die Schlussfolgerung der Mailänder Finanzpolizei nach der Zeugenvernehmung von Sala.

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