Ziel für Hauptversammlung
Zetsche will sein Gehalt offenlegen

Der neue Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger Jürgen Schrempp nichts gegen die Veröffentlichung seines Gehalts. Auf der Hauptversammlung des Autokonzerns im April soll es deshalb keinen Antrag geben, die Offenlegung der Vorstandsgehälter abzulehnen.

HB STUTTGART. „Ich habe überhaupt kein Problem damit“, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am Dienstagabend in Stuttgart. „Ich halte es für richtig, dass das veröffentlicht wird.“ Die jetzt gesetzliche vorgeschriebene individualisierte Offenlegung der Vorstandsgehälter ist möglich, wenn 75 Prozent der Aktionäre dafür stimmen.

Auf der Porsche-Hauptversammlung am vergangenen Freitag votierten die Stammaktionäre gegen die Offenlegung der Bezüge von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Dieser hatte sich mehrfach entschieden gegen die Veröffentlichung der Vorstandsgehälter ausgesprochen. Auch Daimler-Chrysler-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper hatte sich noch auf dem Aktionärstreffen 2004 gegen eine Veröffentlichung der Bezüge des Vorstandes ausgesprochen. Seit Jahren forderten Kleinaktionäre diesen Schritt, der inzwischen Gesetz geworden ist. Diesem Anliegen will Zetsche nun nachkommen.

Zetsche kündigte weiter an, die bisher weitgehend voneinander abgeschotteten Marken Mercedes-Benz und Chrysler zur Kooperation zwingen. Die Wahrung und Steigerung der Markenwerte habe zwar Vorrang, sagte der Konzernchef. „Unter Wahrung dieser Priorität können wir noch sehr viel mehr Chancen nutzen, im Unternehmen zusammen zu arbeiten.“

Der frühere Chrysler-Chef verteidigte zudem die jüngsten Pläne des Konzerns, die weltweit bis Ende 2008 zum Abbau von bis zu 22 500 Arbeitsplätzen in der Verwaltung und der Produktion führen könnten. „Daran geht kein Weg vorbei“, sagte Zetsche. Der Abbau diene dazu, das Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen. Das sei notwendig, da insbesondere chinesische Automobilhersteller in einigen Jahren verstärkt auf den Markt drängten. „In gewissem Sinn wird sich die Geschichte der Japaner und Koreaner wiederholen - und die Entwicklung wird sich beschleunigen“, prognostizierte der Daimler-Chrysler-Chef.

Einem Verkauf der verlustreichen Kleinwagentochter Smart erteilte Zetsche abermals eine Absage. Er setzt zunächst auf eine Sanierung von Smart aus eigener Kraft. Mehrere Großaktionäre hatten dem Unternehmen einen Verkauf der Tochter nahe gelegt, die nach dem bisherigen Plan erstmals 2007 Gewinne erwirtschaften soll. „Wir werden über Plan B dann sprechen, wenn Plan A nicht aufgeht“, sagte Zetsche. Das Management habe die Verantwortung, „nicht wackelig durch die Gegend zu laufen“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%