Zigarettenindustrie erwartet für 2005 Absatzeinbruch
BAT baut massiv Stellen in Deutschland ab

Der zweitgrößte Zigarettenhersteller Deutschlands British American Tobacco (BAT), Hamburg, baut an seinem deutschen Produktionsstandort Bayreuth 361 der insgesamt 945 Arbeitsplätze ab. Das teilte BAT am Dienstag mit.

HAMBURG. Darüber hinaus seien weitere 145 Arbeitsplätze betroffen, die nicht zu den Kernbereichen der Zigarettenproduktion gehören. Sie sollen in andere Gesellschaften ausgegliedert werden.

Die Stellenstreichungen sollen sozialverträglich erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen will der Tabakmulti vermeiden, heißt es. Damit will der Zigarettenhersteller in den nächsten drei Jahren die Kosten am Standort in Bayreuth um 25 Prozent senken. Hintergrund des jetzigen Stellenabbaus ist, dass der Konzern angesichts des hohen technischen Standards am Standort in Bayreuth nicht weiter rationalisieren kann, um die Produktivität weiter zu erhöhen. So seien Kostensenkungen nur noch über Stellenstreichungen möglich. Um zudem die Personalkosten künftig weiter zu drücken, verhandelt der Zigarettenhersteller mit den Betriebsräten über „neue betriebliche und tarifliche Regelung“. Nährere Einzelheiten hat BAT hierzu nicht genannt.

Die Stellenabbau ist laut BAT notwendig, da das Produktionsvolumen am Standort Bayreuth weiter gesunken sei und zu einem „Verlust an Profitabilität“ führe. Ursache hierfür seien absatzbedingte Produktionsrückgänge. Von Januar bis Oktober 2004 drosselte BAT die Herstellung um 10,5 Prozent auf 12,7 Mill. Zigaretten.

Als Grund für diese Maßnahme nannte der Zigarettenhersteller das veränderte Marktumfeld. So hätten steuerbedingte Preiserhöhungen und die Flucht der Konsumenten zu preiswerteren Alternativen zu dem Absatzrückgang geführt. Zudem belaste der wachsende Konsum illegaler Importe BAT sowie die gesamte Zigarettenbranche, teilt BAT mit.

Auch 2005 dürfte die deutsche Zigarettenindustrie vor weiteren Einschnitten stehen. Grund hierfür ist vor allem die Tabaksteuer. „Wir rechnen damit, dass durch die weitere Erhöhung der Tabaksteuer der Absatz in Deutschland in diesem und im nächsten Jahr deutlich zurückgeht“, sagt ein Sprecher des Verbands der Zigarettenindustrie (VdZ). Er erwartet für 2005 einen Absatzeinbruch von rund 13 Prozent auf rund 100 Mrd. Stück. Bereits für dieses Jahr geht der Verband davon aus, dass der Absatz um 15 Prozent auf 115 Mrd. Stück sinkt.

Heute werden die Zigaretten um rund zwei Cent teurer. Anlass hierfür ist eine erneute und damit die vierte Erhöhung der Tabaksteuer seit Anfang 2002. Im September 2005 will Finanzminister Hans Eichel zum letzten Mal die Zigarettensteuer anheben. Mit dem erhofften höheren Steueraufkommen will Eichel die staatlichen Zuschüsse für versicherungsfremde Leistungen der Krankenkassen finanzieren. Bislang lag allerdings das Mehraufkommen deutlich hinter den Erwartungen, weil der Absatz versteuerter Zigaretten drastisch zurückgegangen war.

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