Zu niedriger Dollar-Kurs
EADS will Produktion abziehen

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS will in Zukunft große Teile seiner Produktion ins nicht-europäische Ausland verlagern. Unternehmenschef Louis Gallois nannte als Hauptgrund die „existenzielle Bedrohung“ durch den Verfall des Dollar-Kurses.

HB FRANKFURT/MAIN. Der krisengeschüttelte Luft- und Raumfahrtkonzern EADS will wegen des starken Euro Teile der Airbus-Fertigung aus Europa abziehen. „Wir werden Teile der Produktions- und Zulieferbereiche in den Dollar-Raum verlagern müssen“, sagte EADS-Chef Louis Gallois der „Welt am Sonntag“ laut einem am Samstag veröffentlichten Vorabbericht. „Wir werden unsere Entwicklungspläne zurückschrauben müssen.“ Einem Vorabbericht des Magazins „Focus“ zufolge will Airbus neue Produktionsstätten in China, Russland, Indien und dem arabischen Raum aufbauen. Eine Airbus-Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag, es sei unverändertes Ziel des Konzerns, den Anteil des Flugzeugbaus außerhalb Europas auf 50 Prozent zu steigern.

Der Euro war zuletzt bis auf fast 1,50 Dollar geklettert und hatte am Freitag ein Rekordhoch von 1,4966 Dollar erreicht. „Das ist ganz klar eine existenzielle Bedrohung - nicht unmittelbar, aber längerfristig. Auf dieser Basis können wir nicht mehr vernünftig für die Zukunft planen“, sagte Gallois der „Welt am Sonntag“. „Der Verfall des Dollar-Kurses ist so rasant, dass es unmöglich ist, darauf schnell genug zu reagieren. Das gefährdet die europäischen Hightech-Branchen.“

Airbus besonders betroffen

Zuletzt hatte bereits Airbus-Chef Thomas Enders den rasanten Verfall des Dollar als „lebensbedrohlich“ für den Flugzeughersteller bezeichnet und deshalb einen verschärften Sparkurs angekündigt. Die Schwäche der US-Währung ist für Airbus ein besonderes Problem, da in der gesamten Flugzeugbauindustrie gegen Dollar verkauft wird.

Ein Stellenabbau infolge der Dollarkrise sei jedoch nicht geplant, sagte die Airbus-Sprecherin. Über die im Rahmen des Sanierungsprogramms „Power 8“ vorgesehenen Sparmaßnahmen hinaus sei kein Abbau von Arbeitsplätzen beabsichtigt. „Wir fahren gerade die Produktion weiter hoch. Da sind weitere Einschnitte in den Personalbestand kein Thema“, zitierte die Zeitung „Euro am Sonntag“ einen namentlich nicht genannten Airbus-Manager.

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