Zugang zum britischen Markt
Neuer Partner für die Ostseepipeline

Der russische Gaskonzern Gazprom will die niederländische Gasunie in den Bau der Ostseepipeline einbinden. Im Gegenzug soll der neue Partner den Russen helfen, mehr Gas nach Großbritannien zu liefern.

AMSTERDAM/MOSKAU. Die Chefs von Gazprom und Gasunie, Alexej Miller und Marcel Kramer, haben am Rande der Weltgaskonferenz in Amsterdam eine weitreichende Kooperation vereinbart. Der niederländische Gasnetzbetreiber soll demzufolge neben den deutschen Konzernen Eon und BASF der dritte ausländische Partner beim Bau der Nordeuropäischen Gaspipeline (NEGP) werden. Im Gegenzug will Gazprom in die von Gasunie geplante BBL-Pipeline, die die Niederlande mit Großbritannien verbinden wird, einsteigen. Eine entsprechene Absichtserklärung soll innerhalb eines Monats ausgearbeitet sein.

Die beiden Unternehmen machten zwar keine Angaben, wie hoch der Anteil von Gasunie an der NEGP sein wird. In Branchenkreisen ist aber von rund neun Prozent die Rede. Die Anteile von Eon und BASF – bislang je 24,5 Prozent – würden sich entsprechend verringern, da Gazprom seinen Anteil von 51 Prozent behalten will. Dies war bei der Unterzeichnung der Verträge im vergangenen Herbst bereits vereinbart worden. Gazprom hatte in der Zwischenzeit mit mehreren Interessenten verhandelt.

Die NEGP soll erstmals die russischen Gasfelder direkt mit Westeuropa verbinden und eine Alternative zu den bisherigen Transitstrecken durch Osteuropa bieten. Sie soll ab 2010 pro Jahr bis zu 55 Mrd. Kubikmeter Gas transportieren. Die Investitionen für den 1 200 Kilometer langen Abschnitt durch die Ostsee können sich auf mehr als vier Mrd. Euro summieren. Die Pipeline endet zwar an der deutschen Ostseeküste – ein Großteil der Lieferungen soll aber weiter Richtung Westeuropa fließen.

Gazprom verspricht sich von der Kooperation mit Gasunie einen „zusätzlichen Absatz von russischem Gas in Nordwesteuropa“. Der Konzern hat insbesondere Großbritannien im Visier. Das Land muss verstärkt Gas importieren, weil die eigenen Ressourcen in der Nordsee allmählich zur Neige gehen.

Die Beteiligung an der BBL passt deshalb gut in Gazproms Expansionsstrategie. Die 240 Kilometer lange Pipeline, an der auch Eon beteiligt ist, soll im Dezember in Betrieb gehen und später bis zu 20 Mrd. Kubikmeter im Jahr nach Großbritannien liefern. Die Investitionen liegen bei rund 500 Mill. Euro.

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