Zukäufe bei Celesio geplant
Stahlboom beschert Haniel Rekordgewinn

Der Stahlboom und das Pharmageschäft haben dem Familienunternehmen Haniel 2004 ein Rekordjahr beschert. Der Jahresüberschuss des Duisburger Mischkonzerns kletterte um mehr als ein Drittel auf den neuen Höchststand von 562 Millionen Euro.

HB DUISBURG. Der Konzernumsatz stieg um 6 Prozent auf das Rekordniveau von 24,3 Milliarden Euro. „Zum Jammern bestand kein Anlass“, sagte der Vorstandsvorsitzende Theo Siegert am Dienstag in Duisburg.

Der Konzern bleibe 2005 auf Wachstumskurs und werde seine Investitionen auf rund 1 Milliarde Euro nahezu verdoppeln. Ähnlich wie bei Umsatz, Gewinn und Mitarbeiterzahl entfalle auch bei den Investitionen etwa ein Viertel auf Deutschland. Ein Schwerpunkt sei Osteuropa. Die Mitarbeiterzahl steige 2005 durch erfolgte Zukäufe auf über 55 000. In Deutschland ging die Mitarbeiterzahl 2004 durch Verkäufe und Rationalisierungen um gut 500 auf 12 300 zurück.

Den höchsten Gewinnzuwachs erzielte 2004 die Tochter ELG, die Rohstoffe für die Edelstahlindustrie liefert. Ihr Vorsteuergewinn kletterte um 173 Prozent auf 134 Millionen Euro. Der Pharmahändler Celesio steigerte sein Vorsteuerergebnis um gut ein Viertel auf knapp 500 Millionen Euro. Durch starke Wirbelstürme in den USA wuchs der Schadensanierer Belfor 2004 kräftig. Der Vorsteuergewinn stieg um die Hälfte auf 18 Millionen Euro an.

Im laufenden Jahr will Haniel auch in Zukäufe bei seiner Pharmahandelstochter Celesio investieren. 100 Millionen Euro sollten dabei für Zukäufe im Großhandelsbereich aufgewendet werden, sagte Vorstandschef Theo Siegert. In den Einzelhandel bei Celesio solle ein deutlich höherer Betrag investiert werden. Die Mittel sollten noch 2005 fließen und vor allem in Europa und hier insbesondere in Großbritannien eingesetzt werden.

Das Familienunternehmen Haniel mischt in vielen Branchen mit Erfolg mit. Keimzelle des Konzerns war ein Lagerhaus, das vor 249 Jahren gebaut wurde und das heute ein Museum beherbergt. Heute ist der Pharmahandel der mit Abstand umsatzstärkste Unternehmensbereich von Haniel. Fast vier Fünftel des Umsatzes entfallen auf das börsennotierte Stuttgarter Unternehmen Celesio, zu dem Apothekenketten im Ausland gehören.

Zum Konzern gehören unter anderem die auf Berufsbekleidung und Waschraumhygiene spezialisierte HTS, der Büro- und Betriebsausstatter TAKKT und der Baustoffanbieter Xella. Haniel ist heute in mehr als 40 Ländern aktiv. Drei Viertel des Umsatzes wird im Ausland eingenommen. Nach dem Verkauf der Haniel-Reederei und von Logistikunternehmen gibt es jetzt keine operativen Geschäfte mit dem Traditionsnamen mehr. Das nicht börsennotierte Familienunternehmen gehört 550 Personen.

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