Zukäufe geplant
Lanxess verabschiedet sich von der Textilchemie

Lanxess-Chef Axel Heitmann räumt weiter auf. Der Chemiekonzern will sich von seinem Geschäft mit Chemikalien für die Textilverarbeitung trennen. Mit dem Geld will der Vorstandsvorsitzende wiederum zukaufen.

HB DÜSSELDORF. Lanxess sei zuversichtlich, die Textilchemikalien mit rund 380 Mitarbeitern bis zum Jahresende abzugeben, sagte Heitmann auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Düsseldorf. Die Sparte hatte 2004 einen Umsatz von unter 200 Mill. Euro erzielt. Zugleich wolle der Konzern nach einer Phase der Restrukturierung nach Zukäufen Ausschau halten und angesichts der Konsolidierungswelle, die die Chemiebranche erfasst hat, nicht abseits stehen. Erst am Dienstag war Branchenprimus BASF beim US-Katalysatorenhersteller Engelhard zum Zug gekommen, nachdem sich dessen Management lange der Übernahme widersetzt hatte. „Akquisitionen sind einer der Schlüssel für eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft“, betonte Heitmann. „Wir wollen mittelfristig eine führende Position am Chemiemarkt einnehmen.“

Das Unternehmen mit Sitz in Leverkusen war Ende Januar 2005 von Bayer an die Börse gebracht worden. Vergangenes Jahr hatte der Konzern zwei umfangreiche Sanierungsprogramme aufgelegt, die den Abbau von zusammen 1410 Arbeitsplätzen vorsehen und ab 2008 jährliche Einsparungen von 160 Mill. Euro bringen sollen. Ein drittes Maßnahmenbündel soll zu weiteren jährlichen Einsparungen von 50 Mill. Euro ab 2009 führen. Gezielte Restrukturierungen kündigte Heitmann erneut auch für das Geschäftsfeld Styrenics an, für das sich der Wettbewerb im Kunststoff-Bereich weiter verschärft habe. „Wir wollen auch für Styrenics weltweit tragfähige Lösungen finden“, sagte Heitmann. Es sei aber noch zu früh, um konkrete Optionen bekannt zu geben.

Heitmann bekräftigte die Jahresziele des Konzerns: Das Unternehmen rechne mit einem bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) von 640 bis 680 Mill. Euro nach 581 Mill. im Vorjahr. Zudem wolle Lanxess 2006 ein positives Konzernergebnis erreichen; 2005 war ein Konzernverlust von 63 Mill. Euro aufgelaufen. Mit dem Erwarteten Plus bestünde die Möglichkeit der Zahlung einer Dividende. Für 2005 hatte es keine Ausschüttung gegeben. 2007 wolle Lanxess dann weitere Verbesserungen und „eine weitere Annäherung an die branchenübliche Profitablität“ erreichen.

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