Zwei Hauptinteressenten
Continental redet mit Kaufinteressenten für Teile von Siemens-VDO

Der Automobilzulieferer Continental spricht bereits vor der formalen Übernahme von Siemens-VDO mit Interessenten über den Verkauf einzelner Teile des Unternehmens.

DÜSSELDORF. Personen, die an den Gesprächen beteiligt sind, erklärten dem Handelsblatt, konkret gehe es um die VDO-Sparte Electric Motor Drives mit einem Jahresumsatz von mehr als 600 Mill. Euro. An den Standorten in Würzburg, Frankreich, Tschechien, Brasilien, China, Kanada, Mexiko und den USA stellen 3 300 Mitarbeiter elektrische Antriebe her. Die kleinen Fahrzeugmotoren der Sparte werden etwa bei Fensterhebern, Klimaanlagen, Schiebedächern und Schaltgetrieben verwendet.

„Es gibt offensichtlich großes Interesse am Geschäftsbereich Electric Motor Drives“, bestätigte Continentals Personalvorstand- und Arbeitsdirektor Heinz-Gerhard Wente dem Handelsblatt. Es gebe einen Informationsaustausch mit den Interessenten, die mit Siemens-VDO sprechen, aber keine direkten Verhandlungen von Continentals Seite. „Wir sind quasi im Huckepack dabei“, sagte Wente. Bis zur endgültigen Freigabe des Deals durch die EU-Kommision müssen beide als eigenständige Unternehmen agieren. Conti darf vor dem Zusammenschluss keine Verhandlungen führen. Das Unternehmen rechnet nicht mit einem schnellen Verkauf. „Nach dem Closing werden sicherlich noch viele Details zu diskutieren sein“, sagte Wente.

Als Hauptinteressenten an der VDO-Sparte gelten ein deutscher Autozulieferer und ein japanisches Unternehmen. Die Höhe des geforderten Kaufpreises für den Bereich taxieren Branchenkenner auf rund eine halbe Mrd. Euro. Continental wollte sich zu dem Themenkomplex nicht weiter äußern. Der Coburger Zulieferer Brose, der in Verhandlungskreisen als deutscher Interessent genannt wird, wollte keinen Kommentar abgeben. Brose ist Hauptabnehmer der mehr als 50000 Fensterheber, die VDO pro Jahr herstellt. „Es laufen Sondierungsgespräche mit mehreren Interessenten“, bestätigte ein Sprecher von Siemens-VDO und verwies auf die Branchentendenz zur Konsolidierung. „Dieser Logik kann sich keiner entziehen, weder VDO noch Continental.“ Continental rechnet damit, die Übernahme von VDO nach einem positiven Entscheid der EU-Kommission am 15. November vor dem Jahreswechsel abschließen zu können.

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