Zweites Leben dank niedriger Reparaturkosten
Schlechte Zeiten für die Schrottbranche

Immer weniger deutsche Altautos landen in der heimischen Schrottpresse. Statt dessen rollen sie zunehmend ins Ausland.

HB DÜSSELDORF. Mit der EU-Osterweiterung zum 1. Mai 2004 habe die Ausfuhr von Altautos noch einen weiteren Schub bekommen, erklärte die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen am Mittwoch in Düsseldorf. Bei den Autoverwertern und Schredderbetrieben gingen 2004 etwa 70 Prozent weniger Altfahrzeuge ein als 2003. Inzwischen würden bereits ungefähr zwei Drittel der deutschen Altfahrzeuge exportiert.

„Es ist langsam eine Existenzfrage für uns“, sagte der Präsident des Verbandes, Jürgen Karle. Er beklagte, dass für die 45 deutschen Schredderanlagen immer neue Umweltauflagen erteilt würden, die in Nachbarländern noch nicht in dem Umfang anfielen. Seit Jahren steige die Altauto-Ausfuhr. Nach der EU-Erweiterung gebe es keine Hemmnisse für den Export in osteuropäische Länder mehr. Ein Teil der Altwagen bekomme dank niedriger Reparaturkosten dort ein „zweites Leben“, ein anderer Teil werde verwertet. Auch Südafrika sei ein großer Abnehmer.

Durch gestiegene Stahl- und Schrottpreise sei der Branchenumsatz zwar um etwa ein Fünftel auf 12 Milliarden Euro gestiegen. Der Höhenflug der Schrottpreise habe sich im November und Dezember 2004 aber nicht fortgesetzt. Es gebe Rückgänge in Teilbereichen von etwa einem Drittel gegenüber den Vormonaten. Gründe seien Reparaturen bei einigen Stahlwerken und neue Konkurrenz auf dem Weltmarkt. Für das nächste Jahr werde mit einer Belebung des Geschäfts gerechnet. In der gesamten deutschen Stahlrecyclingwirtschaft arbeiten gegenwärtig rund 35 000 Beschäftigte. Die Mitarbeiterzahl sei damit gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%