Zwischenbilanz
Opel bringt General Motors nach vorn

Damit hatten selbst die größten Optimisten nicht gerechnet: General Motors hat im zweiten Quartal einen dicken Gewinn eingefahren. Dabei ging es dem US-Autogiganten vor kurzem noch miserabel. Die Wende haben die Amerikaner nicht zuletzt dank Tochter Opel geschafft. Vor allem ein Modell der Rüsselsheimer fand reißenden Absatz.

HB/der DETROIT/DÜSSELDORF. GM verdiente zwischen April und Juni 891 Mill. Dollar (653 Mill. Euro), wie der Autobauer am Dienstag in Detroit mitteilte.Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen Verlust von 3,4 Mrd. Dollar eingefahren. Die Milliardenmiesen im Vorjahreszeitraum resultierten nicht zuletzt aus den immensen Kosten für Stellenstreichungen und Werksschließungen. Nun, ein Jahr später, machen sich die Einsparungen positiv bemerkbar, wenngleich GM immer noch Millionen in den Konzernumbau steckt.

Der größte amerikanische Autobauer hat damit das dritte Quartal in Folge mit einem Gewinn abgeschlossen und konnte die Erwartungen von Branchenexperten haushoch übertreffen. Die Börse feierte das Geschäftsergebnis mit einem Kursanstieg von 6 Prozent. In den vergangenen zwei Jahren machte GM einen Verlust von 12 Mrd. Dollar. Nun steckt der der Konzern mitten in einer Sanierung, der in Nordamerika 12 Werke und mehr als 34 000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. GM-Chef Rick Wagoner sprach zwar von riesigen Fortschritten bei der Umstrukturierung, räumte jedoch gleichzeitig ein: „Unsere gegenwärtigen Zahlen zeigen eindeutig, dass es noch mehr zu tun gibt.“

Zwar sank der Konzernumsatz im zweiten Quartal von 53,9 auf 46,8 Mrd. Dollar, was aber einzig am Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der Finanztochter GMAC lag. Der Umsatz im reinen Autogeschäft stieg dagegen von 44,9 auf 45,9 Mrd. Dollar. Mit 2,4 Millionen Autos setzte GM rund 10 000 mehr ab als noch ein Jahr zuvor. Dabei machte ein starkes Auslandsgeschäft vor allem in Europa mit der Hauptmarke Opel und in Asien den Rückgang im Heimatmarkt wett.

Viele Amerikaner greifen lieber zu sparsamen japanischen oder europäischen Autos statt zu den lange Jahre beliebten Geländewagen und Pick-Ups aus dem GM-Konzern. Grund für den Sinneswandel sind die auch in den USA massiv gestiegenen Spritpreise. Während der Detroiter Autoriese vor einem Jahr noch knapp 1,3 Millionen Autos in Nordamerika an den Mann oder die Frau brachte, waren es jetzt nur noch 1,2 Millionen, was sich in einem Nettoverlust von 39 Mill. Dollar niederschlug.

General Motors will das Geschäft mit den lukrativen Spritfressern trotz der schlechten Vorzeichen aber nicht aufgeben. Finanzchef Fritz Henderson sagte, der Automobilhersteller werde alles Nötige veranlassen, um im US-Markt für Pickup-Trucks wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehöre die Erhöhung von Kaufanreizen. Im Klartext: GM will Rabatte gewähren. Gerade diese hatten den Konzern in der Vergangenheit aber in eine Zwickmühle gebracht, weil die Konkurrenten Ford und Chrysler nachzogen und letztlich keiner der drei US-Autobauer mehr an seinen Wagen etwas verdiente.

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