Zwischenbilanz
RWE profitiert vom Wetter

Der kalte Winter hat dem Essener Energiekonzern RWE einen Gewinnschub im ersten Quartal bescherrt. Denn Strom und Gas waren begehrt.

HB DÜSSELDORF. Das Nettoergebnis sei um 7 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro gestiegen, teilte der Versorger am Montag mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Nettogewinn von nur 959 Mill. Euro gerechnet. Der Umsatz stieg um 25 Prozent auf 13,8 Mrd. Euro und lag damit ebenfalls über den Prognosen.

Vor allem die Kraftwerkssparte RWE Power und die für das Strom- und Gasgeschäft zuständige Tochter RWE Energy konnten dem Unternehmen zufolge dank der langen Heizperiode in den Wintermonaten ihre Ergebnisse verbessern. Der Stromabsatz sei um 6 Prozent gestiegen und der Gasabsatz um 11 Prozent.

Der Konzern verbesserte sein Betriebsergebnis um 16 Prozent auf 2,256 Mrd. Euro. Der überdurchschnittlich lange und kalte Winter stelle jedoch einen Sondereffekt dar, so dass sich die Entwicklung nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen lassen, betonte der Konzern. Daher blieb RWE auch bei seiner Prognose für 2006.

Das Unternehmen bekräftigte, 2006 seinen Überschuss um 10 bis 20 Prozent und den operativen Gewinn um 5 bis 10 Prozent verbessern zu wollen.

Belastungen erwartet RWE durch die Strom- und Gasnetzregulierung sowie durch hohe Kosten für die Brennstoffbeschaffung. Der jüngste Preisverfall auf dem Markt für Kohlendioxid-Zertifikate, deren Wert die Versorger in ihren Preis mit einkalkulieren, werde hingegen nur geringe Auswirkungen auf das laufende Geschäftsjahr habe, hieß es. Die Preise für die Verschmutzungsrechte sind in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. RWE verwies darauf, seine Stromproduktion für 2006 weitestgehend bereits im letzten Jahr verkauft zu haben, wodurch die Preisentwicklung bei den CO2-Rechten in diesem Jahr kaum Einfluss haben werde.

RWE bevorzugt unterdessen auch für sein britisches Wassergeschäft eine Trennung durch einen Börsengang. RWE ziehe einen Börsengang der Sparte vor, sagte Finanzvorstand Klaus Sturany am Montag während einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Der Konzern sei aber auch weiter für einen Verkauf an Finanzinvestoren offen. Einen Börsengang hat RWE bereits für die Trennung von seinem US-Wassergeschäft American Water beschlossen. Der Konzern hatte den Ausstieg aus den beiden Töchtern im Herbst angekündigt und will diesen 2007 verbuchen. Eine Trennung von seinem deutschen Wassergeschäft sei nicht geplant, sagte Sturany. RWE versorgt unter anderem Kunden in Berlin mit Trinkwasser.

Analysten schätzen den Wert von Thames Water und American Water auf insgesamt rund 16 Mrd. Euro. Die Abgabe soll dem Konzern auch die Kassen für mögliche Übernahmen füllen. RWE will sich wie der Konkurrent Eon auf das gewinnträchtigere Strom- und Gasgeschäft konzentrieren. RWE hatte erklärt, sich voraussichtlich im zweiten Quartal zu entscheiden, auf welche Weise die Trennung von Thames Water über die Bühne gehen soll. Im März hatte der Konzern bereits mitgeteilt, American Water nicht direkt an Finanzinvestoren zu veräußern, sondern an die Börse zu bringen.

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