Zwischenbilanz
SBS schmälert Siemens-Gewinn

Siemens hat weiter keine Freude an seiner IT-Dienstleistungssparte SBS. Der Bereich schrieb auch im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2005/2006 rote Zahlen. Doch Glück im Unglück: Andere Sparten glichen das mehr als aus.

HB MüNCHEN. Der Nettogewinn in den Monaten April bis Juni habe sich auf 792 Mill. Euro fast verdoppelt, teilte Siemens am Donnerstagmorgen mit. Analysten hatten im Schnitt allerdings mit einem Anstieg auf 819 Mill. Euro gerechnet. Der operative Gewinn legte um knapp ein Drittel auf 1,278 Mrd. Euro zu. Der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten belief sich auf 804 Mill. Euro; im gleichen Vorjahresquartal hatte die Kennzahl bei 618 Mill. Euro gelegen.

Sowohl Umsatz als auch Auftragseingang kletterten um jeweils 14 Prozent. Der Umsatz habe 21,17 Mrd. Euro betragen, der Wert der Neuaufträge 22,44 Mrd. Euro. Die Umsatzsteigerung erklärt sich aber nicht zuletzt durch Zukäufe.

Problemkind SBS

Der IT-Dienstleister SBS ist weiter das größte Sorgenkind des Siemens-Konzerns. Im dritten Quartal 2005/2006, das am 30. September endet, habe SBS einen Verlust von 99 Mill. Euro gemacht, teilte Siemens mit. Damit fiel das Minus nur etwas geringer aus als im Vorjahreszeitraum, als der Verlust 109 Mill. Euro betrug. Der Umsatz sank bereinigt um Verkäufe leicht auf knapp 1,1 Mrd. Euro.

SBS soll wie alle Siemens-Bereiche bis zum kommenden Frühjahr die ehrgeizigen Rendite-Vorgaben des Konzerns erfüllen. Nach Einschätzung von Analysten hat der Bereich aber keine Chance, bis dahin aus eigener Kraft auf eine Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen von mindestens 5 Prozent zu kommen. Daher wird unter anderem über eine Auflösung des Bereichs spekuliert.

Die vor der Abspaltung stehende Krisensparte Kommunikation (Com) erreichte mit einem Bereichsergebnis von 3 Mill. Euro knapp die schwarzen Zahlen. Die älteste und größte Konzernsparte wird aufgelöst, weil Siemens sein Netzwerkgeschäft mit dem des Handy-Riesen Nokia zusammenlegt und so den drittgrößten Telekom-Ausrüster der Welt schafft.

Zu den größten Ergebnisträgern zählten erneut Automatisierungs- und Medizintechnik sowie die Kraftwerksparte.

Ausblick konkretisiert

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld sagte, im dritten Quartal habe der Konzern seinen Kurs konsequent fortgesetzt und insgesamt Verbesserungen erzielt. „Es war auch im Hinblick auf die Weiterentwicklung unseres Geschäftsportfolios ein besonders erfolgreiches Quartal.“ Außer dem Joint Venture mit Nokia hatte Siemens im Juni den Kauf der Medizintechnik-Sparte von Bayer angekündigt.

Siemens hat bei Vorlage der Drittquartalszahlen erstmals einen Ergebnisausblick auf das Gesamtjahr 2005/2006 gegeben. Der Konzern erwarte ein Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten, „das mindestens auf Vorjahreshöhe liegt“, sagte Kleinfeld. Bislang hatte Siemens lediglich in Aussicht gestellt, doppelt so stark zu wachsen wie die Weltwirtschaft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%