1 Million sahen „Sommermärchen“
Deutsche Filme füllen die Kinos

Eine Million Menschen sahen am ersten Wochenende den Sönke-Wortmann-Film zur Fußball-WM – Branche wächst 2006 wieder.

HAMBURG. Deutsche Kinoproduktionen locken in diesem Jahr wieder mehr Menschen. Den neuen Sönke-Wortmann-Film „Deutschland – ein Sommermärchen“ haben bereits am ersten Wochenende nach seinem Start überraschend rund eine Million Zuschauer gesehen, teilte ein Sprecher des Filmverleihers Kinowelt mit.

Nach Ansicht der deutschen Kinobetreiber wird der Wortmann-Streifen um die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft weiter Erfolge feiern. „Ich rechne damit, dass der Film mehr als drei Mill. Besucher anlockt“, sagt Joachim Flebbe, Vorstandschef des Kinobetreibers Cinemaxx. Ähnlich sieht dies Cinemaxx- Konkurrent Cinestar. „Ein sensationeller Erfolg, der weiter anhalten wird“, sagt ein Sprecher.

Damit beflügelt in diesem Jahr bereits eine zweite deutsche Kinoproduktion die Branche. Den von Bernd Eichinger verfilmten Literaturklassiker „Das Parfüm“ haben inzwischen mehr als vier Millionen Zuschauer gesehen. Der börsennotierte Verleiher Constantin Film hob deshalb bereits seine Umsatz- und Ertragsprognosen für 2006 an.

Immer häufiger bieten deutsche Produktionen derzeit internationalen Hollywoodstreifen Paroli. So haben 2006 bislang nur vier Hollywoodfilme die magische Grenze von drei Mill. Zuschauern geknackt – darunter „Ice Age 2“. „Der Wortmann-Film ist ein Erfolg, weil er Männer und Frauen gleichermaßen anspricht“, meint der Cinemaxx-Chef.

Damit wächst die deutsche Kinobranche in diesem Jahr wieder. So erwartet der Cinemaxx-Chef, dass die Besucherzahl 2006 um bis zu zehn Prozent auf rund 140 Mill. zulegt. 2005 brach sie hingegen um 18,8 Prozent ein. Davon betroffen war auch Cinemaxx mit einem Rückgang von mehr als 14 Prozent – auch wegen schwacher deutscher Filmangebote. Genaue Zahlen will der Kinobetreiber demnächst nennen.

Im Vorfeld des Kinostarts sorgte der Wortmann-Film zunächst für Ärger. So wollten die Kinobetreiber Cinemaxx und Cinestar den Streifen nicht zeigen, weil die DVD-Vermarktung bereits zwei Monate nach Filmstart erfolgen sollte. Branchenüblich sind hingegen sechs Monate. Am Ende einigte sich die Beteiligten auf eine Auswertung nach vier Monaten. „Wir haben einem kürzeren Zeitfenster zugestimmt, weil wir die Filmkopien preiswerter bekommen konnten“, sagt der Cinemaxx-Chef.

Beteiligt an den Kinoeinnahmen ist der Fußballverband Fifa. Er erhält pro Ticket rund ein Euro, heißt es in der Branche. Fifa betont, dass sie die Einnahmen abzüglich der Produktionskosten den SOS Kinderdörfern spendet, nannte aber keine Höhe.

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