620 Millionen Dollar für Shopping.com
Ebay wird zum Gemischtwarenladen

Das Internet-Auktionshaus Ebay hat in seine Portokasse gegriffen und kauft für rund 620 Millionen US-Dollar in bar Shopping.com. Das Unternehmen bietet online Verbraucher- und Einkaufskritiken an.

cs DÜSSELDORF. Das weltgrößte Internet-Auktionshaus Ebay zieht es ins Festpreis-Geschäft. Wie der Konzern am Mittwochabend nach US-Börsenschluss bekannt gab, werde man für die Aktien der Internet-Preisvergleichsfirma Shopping.com jeweils 21 Dollar in bar anbieten. Der Aufschlag von 20 Prozent zum aktuellen Preis bewertet das in Kalifornien angesiedelte Unternehmen mit 620 Mill. US-Dollar.

Ähnlich wie etwa das deutsche Preisportal Guenstiger.de ermöglicht es Shopping.com, Produkte nach Preis und Ausstattung zu vergleichen. Per Mausklick werden Kaufinteressenten zur Internetseite des Einzelhändlers weitergeleitet. Pro Vermittlung erhält Shopping.com vom Anbieter eine Gebühr.

Das Geschäftsmodell ist Erfolg versprechend: Zuletzt belegte das Portal in den USA hinter Ebay und dem Buchhändler Amazon.com gleichauf mit Wal Mart Rang vier in der Liste der meistbesuchten Handelsseiten. Vertreten ist die Firma auch in Frankreich und Großbritannien. 2004 erwirtschaftete sie 12,2 Mill. Dollar Gewinn.

„Wir haben uns für den Kauf entschieden, nachdem wir merkten, dass viele Ebay-Händler auf Preisvergleichsseiten wie Shopping.com wechselten“, begründete Ebays Nordamerika-Präsident Bill Cobb gestern den geplanten Zukauf.

Mit Zukäufen bemüht sich Ebay, einen Ausgleich für das abflauende Wachstum im Kerngeschäft der Auktionen zu erreichen. Nicht nur das letzte Weihnachtsgeschäft enttäuschte, auch im ersten Quartal blieb Ebay unter den Erwartungen. Auf dem Hauptmarkt USA wuchs das Auktionsgeschäft nur noch um 19 Prozent, und auch auf dem zweitwichtigsten Markt Deutschland verlor das Umsatzwachstum deutlich an Fahrt.

Nachdem Ebay-Chefin Meg Whitman Anfang des Jahres nur mit verhaltenen Prognosen aufgewartet hatte, sackte die erfolgsverwöhnte Aktie ab – zwischen Januar und April um 41 Prozent. Analysten rechnen nun damit, dass sich das Umsatzwachstum von Ebay dieses Jahr auf 33 Prozent verringern wird, verglichen mit 51 Prozent 2004.

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