70 000 Kunden
Kabel Deutschland kauft Primacom Netze ab

Der angeschlagene Kabelnetzbetreiber Primacon verkauft seine 70 000 Kunden am Firmensitz in Mainz und in Osnabrück an den Marktführer Kabel Deutschland. Die finanziellen Schwierigkeiten von Primacom und Tele Columbus schüren derweil die Erwartung einer Konsolidierung unter den Kabelnetzbetreibern in Deutschland.
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HB FRANKFURT. Kabel Deutschland erweitert sein Kabelfernsehnetz. Der angeschlagene Konkurrent Primacom verkauft seine 70 000 Kunden am Firmensitz in Mainz und in Osnabrück an den Marktführer, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten. Zum Preis äußerte sich Kabel Deutschland (KDG) nicht.

Primacom erklärte, man wolle sich auf den Osten Deutschlands konzentrieren, wo die meisten der rund eine Million Kabel-, Telefon- und Internet-Kunden leben. Mainz und Osnabrück waren bisher Inseln im Vertriebsgebiet von KDG, die hier schon das TV-Signal geliefert hatte.

Das Unternehmen aus Unterföhring spekuliert seit längerem auf Teile des kleineren Rivalen, hinter einer Komplettübernahme stünden aus Wettbewerbsgründen aber Fragezeichen. KDG hatte 2008 von der ehemaligen Primacom-Mutter Orion Cable schon 1,1 Millionen Kunden übernommen, die in Deutschland verstreut wohnen.

Die finanziellen Schwierigkeiten von Primacom und Tele Columbus schüren die Erwartung einer Konsolidierung unter den Kabelnetzbetreibern in Deutschland. Das operative Geschäft von Primacom war nach der Insolvenz im Sommer an einen Treuhänder übertragen worden. Kabel Baden-Württemberg soll Kreisen zufolge im kommenden Jahr verkauft oder an die Börse gebracht werden.

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