Abo-Zunahme
„New York Times“ kann bei Onlinelesern punkten

Die wie die gesamte Zeitungsbranche gebeutelte „New York Times“ konnte im Bereich der Online-Abonnenten und bei Werbeinnahmen kräftig zulegen. Verlagschef Mark Thompson warnte allerdings vor zu viel Optimismus.
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New YorkDie „New York Times“ ist erfolgreich beim Verkauf von Online-Abos. Im ersten Quartal kamen 39 000 reine Internetleser hinzu, womit die Gesamtzahl auf 799 000 stieg. Das sei ein höherer Zuwachs als in jedem anderen Quartal des Vorjahres, teilte der Verlag am Donnerstag mit.
Da zu den höheren Abo- auch höhere Werbeeinnahmen dazukamen, konnte ein Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 3 Prozent auf 390 Millionen Dollar (282 Mio Euro) erreicht werden. Der Gewinn halbierte sich jedoch wegen gleichzeitig gestiegener Kosten auf 1,7 Millionen Dollar.

„Zum ersten Mal in vielen Jahren haben wir ein Wachstum im Quartal sowohl für das Print- als auch für das Onlinewerbegeschäft gesehen“, sagte Verlagschef Mark Thompson. Er hatte Randgeschäfte und Schwesterblätter abgestoßen und konzentriert sich auf die Kernmarke. Gleichzeitig warnte Thompson allerdings vor überzogenen Hoffnungen auf ein Ende der Flaute für die gebeutelte Zeitungsbranche. „Wir rufen sicher nicht den Sieg in Sachen Werbeeinnahmen aus. Wir erwarten weiter Schwankungen von Monat zu Monat“, erklärte er.
Dennoch - der Anstieg der Print- und Onlineanzeigenerlöse ist ein Meilenstein für die „New York Times“ - seit Jahren stemmt sie sich wie die gesamte Branche auch gegen den Trend, dass immer mehr Menschen Nachrichten im Internet lesen und immer weniger Unternehmen Anzeigen in Zeitungen schalten. Im zweiten Quartal rechnet die Zeitung aber schon wieder mit einem Rückgang der Anzeigenerlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Die Times gilt als Vorreiter für kostenpflichtige Internet-Inhalte und diese Strategie zahlt sich jetzt aus. Für eine Reihe von Online-Angeboten der Zeitung müssen Nutzer zahlen. Die Einnahmen durch Zeitungs- und Internetabos stiegen im ersten Quartal zwei Prozent auf 210 Millionen Dollar und machen damit mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus.

Auch andere englische Zeitungen wie das „Wall Street Journal“ oder die „Financial Times“ setzen auf sogenannte Bezahlschranken im Internet. In Deutschland geht der Verlag Axel Springer mit seinen Zeitungen „Welt“ und „Bild“ in diese Richtung, andere Zeitungen wollen folgen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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