Abschreibungen für Skype-Kauf
Ebay glänzt trotz Verlust

Das weltgrößte Internet-Auktionshaus hat im dritten Quartal einen Verlust verbucht. Schuld daran ist Ebays klotzige Abschreibung auf das 2005 übernommene Unternehmen Skype. Für Anleger ist das offenbar aber schon kein Thema mehr. Statt auf den Quartalsverlust fokussierte sich die Börse auf das operative Ergebnis. Die Bekanntgabe einer geplanten Kooperation von Skype und Myspace sorgte zusätzlich für gute Laune.

je PORTLAND. Das Internet-Auktionshaus griff 2005 für den Anbieter von Software für Internet-Telefongespräche mit 2,6 Mrd. Dollar selbst nach Einschätzung von Skype-Gründer Niklas Zennström viel zu tief in die Tasche. Im dritten Quartal berichtigte Ebay den Irrtum nun mit einer Abschreibung von 900 Mill. Dollar und einer Restzahlung von über 500 Mill. Dollar. Insgesamt führte das zu einem Nettoverlust von 936 Mill. Dollar oder 69 Cents pro Aktie, gegenüber einem Reingewinn von 281 Mill. Dollar oder 20 Cents pro Aktie im Vorjahr.

Das Ergebnis ohne Einmalposten stieg indessen um 53 Prozent auf 564 Mill. Dollar oder 41 Cents pro Anteil. Die Umsätze stiegen gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent auf 1,9 Mrd. Dollar. Beides übertraf deutlich die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 33 Cents Nettogewinn pro Aktie bei einem Umsatz von 1,83 Mrd. Dollar rechneten. Der Aktienkurs, der bereits im regulären Handel um fünf Prozent zugelegt hatte, zog nach Börsenschluss weiter an. In einer Stellungnahme lobte Ebay-Chefin Meg Whitman, dass sowohl Ebay International als auch der Zahlungsdienst Paypal und das Anzeigengeschäft "unsere Erwartungen übertroffen haben".

Für das Gesamtjahr erwartet Ebay nun einen Gewinn je Aktie ohne Sonderposten von 1,47 bis 1,49 Dollar. Die Umsatzprognose geht von 7,60 Mrd. bis 7,65 Mrd. Dollar. Beide Vorhersagen liegen über den Schätzungen der Analysten.

Nach dem Abkommen mit dem Sozialnetzwerk Myspace wird die Skype-Software in das Netz integriert und bietet Myspace-Nutzern die Möglichkeit, per Mausklick eine Telefonverbindung zu Freunden herzustellen. Sowohl Myspace als auch Skype haben Millionen von Nutzern aber bisher kaum Erlöse.

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