Android
Googles Handy-System setzt dem iPhone zu

Mit seinem lizenzkostenfreien Handy-Betriebssystem Android erobert Google weltweit die Mobiltelefone. Namhafte Hersteller wie Motorola, LG, Sony Ericsson oder HTC verwenden das Google-System und setzen Apple damit unter Druck. Denn die neue Software könnte dem iPhone Betriebssystem OS X schon bald den Rang ablaufen.
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DÜSSELDORF. Googles Vorstoß, mit einem eigenen lizenzkostenfreien Handy-Betriebssystem auf den Markt zu kommen, zahlt sich aus. Die Android genannte Software wird nach neuen Prognosen des Marktforschers Informa Telecoms schon 2012 das iPhone von Apple überholt haben. Die Marktforscher von Gartner sehen ebenfalls in spätestens drei Jahren Android vor Apple.

Dabei kommt Google zugute, dass Android im Gegensatz zu Apples OS X allen Herstellern zur Verfügung steht und somit auf zahlreichen Modellen läuft, OS X jedoch nur auf dem iPhone. Immer mehr Hersteller wie Motorola, LG, Sony Ericsson oder HTC setzen auf das Google-System, das erst Ende 2008 auf den Markt gekommen ist.

„Es ist klar erkennbar, dass 2010 das Jahr von Android wird“, sagt auch Allen Nogee, Analyst beim Consultingunternehmen In-Stat. Er schätzt, dass der Smartphonemarkt bis 2014 auf rund 412 Mio. Geräte wachsen wird. Schon jetzt werden weltweit im Jahr 1,1 Mrd. Mobiltelefone verkauft, Smartphones machen 13 Prozent aus. Verlierer im Wettbewerb wird nach Einschätzung der Marktforscher in erster Linie der aktuelle Marktführer Symbian sein. Das System nutzt unter anderem Nokia.

Aktuell haben Android-Smartphones laut Gartner Research noch keine zwei Prozent Marktanteil, Apples iPhone hingegen rund 13 Prozent. Symbian hält mit knapp 50 Prozent die Marktführerschaft.

Schützenhilfe bekommt das Google-Ökosystem aus Smartphone und vorkonfigurierten Internetdiensten wie E-Mail, Maps oder Search durch die PC-Hersteller. Viele Anbieter experimentieren mit Android als Betriebssystem auf Internet-Laptops, „Netbooks“ genannt.

Zudem könnte sich eine weitere scheinbare Stärke von Apple in eine Schwäche verwandeln: exklusive Vertriebsabkommen mit einzelnen Mobilfunkanbietern. Die Anbieter müssen teilweise hohe Anteile am Umsatz ihrer Kunden an Apple abtreten. Jedes – ohne Exklusivabkommen – verkaufte Android-Gerät bringt den Mobilfunkern daher höhere Gewinne. So bewirbt auch der Apple-Exklusivpartner T-Mobile in Deutschland aggressiv seine neuen Android-Geräte.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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