Angebot an Minderheitsaktionäre enttäuscht
Finanzinvestoren knausern bei Pro Sieben Sat 1

Die Finanzinvestoren KKR und Permira haben bestätigt, dass sie die neuen Hauptgesellschafter der Senderkette Pro Sieben Sat 1 sind. Der Preis, den die neuen Herren im Haus den Minderheitsaktionären für ihre Anteile zahlen wollen, enttäuschte allerdings.

HB BERLIN. Wie die Münchner TV-Sendergruppe in der Nacht zum Freitag mitteilte, erwarb das Konsortium über die von ihr kontrollierte Gesellschaft „Lavena Holding vier GmbH“ 50,5 Prozent des Grundkapitals. Die Finanzinvestoren bekamen demnach von einer Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban rund 88 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien und etwa 13 Prozent der nicht stimmberechtigten Vorzugsaktien. Die Parteien hätten sich auf einen Preis von 28,71 Euro je Stammaktie und 22,40 Euro je Vorzugsaktie geeinigt. Der Anteilskaufvertrag stehe unter dem Vorbehalt der kartell- und medienaufsichtsrechtlichen Freigabe.

Die „Lavena Holding vier GmbH“ erklärte zudem, alle ausgegebenen Anteilscheine der Pro Sieben Sat 1 Media AG erwerben zu wollen und den noch übrigen Aktionären dafür ein Angebot zu unterbreiten. Dieses werde sich auf 28,7145 Euro je Stammaktie und 22,46 Euro je Vorzugsaktie nach vorläufiger Berechnung belaufen.

Händler sagten, es sei enttäuschend, dass Lavena nur 22,40 Euro je Vorzugsaktie biete. Hier hätten sich einige Anleger Hoffnung auf deutlich mehr gemacht. Die Vorzugs-Aktien dürften daher zur Eröffnung weiter unter Druck kommen, da mit einer Nachbesserung der Offerte eher nicht zu rechnen sei. Am Donnerstag schlossen die Vorzugsaktien – nur sie sind börsennotiert – bei 23,50 Euro. Der neue Haupteigentümer ist gesetzlich verpflichtet, den Minderheitsaktionären ein Angebot zu machen.

Wie Pro Sieben Sat 1 bestätigte, erwägen die neuen Gesellschafter, nach Abschluss der Übernahme die Münchener Sendergruppe mit der europäischen Senderkette SBS Broadcasting zusammenzuführen und so einen europäischen TV-Konzern zu schaffen.

Die Investorengruppe um Haim Saban war nach der Pleite der Kirch-Gruppe 2003 bei Pro Sieben Sat 1 eingestiegen. Damals zahlten sie 7,50 Euro je Aktie, haben ihren Einsatz damit also fast vervierfacht. Die Pläne von Saban, Pro Sieben Sat 1 an die Verlagsgruppe Axel Springer zu verkaufen, scheiterten im Februar am Widerstand der Kartellbehörden.

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