Anzeigenflaute zwingt Printhaus im Kerngeschäft zu neuen Einsparungen
Gruner + Jahr verordnet sich Schlankheitskur

Der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr (Stern, Geo) will auf die Kostenbremse treten. Zeitschriftenvorstand Bernd Buchholz soll in den nächsten zwei Jahren rund 20 Mill. Euro einsparen, heißt es aus G+J- Kreisen. Im Gespräch ist auch, Verlustbringer einzustellen.

HAMBURG. Unternehmenskreisen zufolge hat die Bertelsmann-Tochter dabei den Wirtschaftstitel „Börse Online“, ein Magazin der „Schöner Wohnen“-Gruppe sowie das „Stern“ Spezial „Campus & Karriere“ im Visier. Bis zum 21. Februar sollen Arbeitsgruppen entsprechende Vorschläge unterbreiten. Der G+J-Vorstand will hierüber dann Anfang März entscheiden, heißt es aus G+J-Kreisen.

Damit würde sich Europas größter Zeitschriftenkonzern in seinem Kerngeschäft erneut einer Schlankheitskur unterwerfen, nachdem man 2002 bereits das sogenannte „CAP“-Programm umgesetzt hatte. Dieses zielte darauf, rund 100 Mill. Euro einzusparen.

Die neue Sparwelle begründet der Verlag mit der Flaute im Werbegeschäft. Der Zeitschriftenbereich wolle auf „die teilweise erheblichen Rückgänge im deutschen Anzeigenmarkt, die alle großen Verlage tangieren, rechtzeitig reagieren“, erklärt ein G+J-Sprecher.

Die Einstellung von Magazinen ist nach Angaben des Sprechers dagegen nicht geplant sei. Des weiteren stehe auch die Höhe des Einsparpotenzials noch nicht fest. „Unsere Strategie besteht nach wie vor darin, mit striktem Kostenbewusstsein im Stammgeschäft die nötigen finanziellen Spielräume für Investitionen in innovative neue Titel und damit ein zukünftiges Wachstum zu ermöglichen“, so der Sprecher.

Trotz günstiger Prognosen für die deutsche Werbebranche im Jahr 2005 steht das Anzeigengeschäft auf dem Zeitschriftenmarkt erneut erheblich unter Druck. „Während die Auflagen stabil sind, ist das Anzeigengeschäft der Publikumszeitschriften verhalten ins neue Jahr gestartet“, meint ein Sprecher des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Der Grund: Die werbetreibende Wirtschaft würde eher zu kurzfristig orientierter Absatz- und Produktwerbung neigen.

Ein weiterer Grund für den Sparkurs bei Gruner + Jahr dürfte aus der Expansion des Vorjahres resultieren. So ist die Bertelsmann-Tochter beispielsweise mehrheitlich bei der Stuttgarter Motor-Presse eingestiegen, zu der Titel wie „Auto, Motor und Sport“, „Men’s Health“ und „Connect“ gehören. Der Einstieg steht noch unter Vorbehalt des Kartellamts. Nachdem man gerade im Zeitschriftenbereich kräftig gewachsen ist, wird nun wieder stärker auf die Profitabilität vieler Titel geachtet.

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