Auch 2004 mit Verlust
GFT schafft 180 neue Stellen - im Ausland

Trotz anhaltender Verluste will der IT-Dienstleister GFT Technologies in diesem Jahr rund 180 neue Arbeitsplätze schaffen - allerdings nur im Ausland. In Barcelona wolle GFT 150 Mitarbeiter einstellen, in Indien 30 bis 40, sagte Vorstandschef und Firmengründer Ulrich Dietz am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters in Stuttgart.

HB STUTTGART. Von den 1052 Beschäftigten arbeiteten fast zwei Drittel im Ausland. „Vor einem Jahr war das Verhältnis noch umgekehrt“, sagte Dietz. Ohne die Verlagerung von Programmierleistungen und Software-Tests ins Ausland sei das GFT nicht wettbewerbsfähig. „Diese Arbeit ist in Deutschland zu teuer. Da würde auch eine 50-Stunden-Woche nicht helfen“, sagte er. In Indien lägen die Kosten bei einem Fünftel des deutschen Niveaus, in Spanien lägen die Löhne um die Hälfte niedriger.

Ohne die Verlagerung ins Ausland würde sein Unternehmen bei Ausschreibungen leer ausgehen, sagte Dietz. Dann würden auch in Deutschland Stellen wegfallen. Auch Großkonzerne, mit denen GFT um Aufträge buhle, programmierten weltweit. Die Konkurrenz von indischen Unternehmen wie Infosys und Tata wachse.

Nach einem stagnierenden zweiten Quartal hat sich Dietz von dem Ziel verabschiedet, im laufenden Jahr vor Steuern Gewinne zu erwirtschaften. „Die Lage ist besser als die Zahlen. Uns fehlen nur ein paar Millionen Euro Umsatz, um Skaleneffekte zu nutzen“, erläuterte er. Der Verlust von 3,7 (2003: minus 5,2) Mill. € soll sich nach seinen Vorstellungen im zweiten Halbjahr nicht mehr vergrößern. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen soll zum Jahresende 2004 eine schwarze Zahl (Ebitda) stehen. Im ersten Halbjahr habe sich der Verlust auf dieser Basis auf 2,18 Mill. von 7,38 Mill. € verringert. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Dietz.

Nach einem Umsatzrückgang auf 57,3 (Vorjahr: 70,6) Mill. € in den ersten sechs Monaten sei die Planung eines zumindest konstanten Umsatzes von 130 Mill. € kaum noch erreichbar, räumte Dietz ein. Für das zweite Halbjahr rechnet GFT nun mit 64 bis 66 Mill. € Umsatz, was im Gesamtjahr 121 bis 123 Mill. € entspräche. 60 % des Umsatzes macht GFT mit dem Großaktionär Deutsche Bank.

Die GFT-Aktie lag am Donnerstag bei 1,51 €. Sie sei damit als Akquisitionswährung derzeit nicht geeignet, sagte Dietz.

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