Augen auf im App-Store
Das große Geschäft mit den Kopien

Nachbauten erfolgreicher Spiele-Apps ist zu einem ebenso erfolgreichen Geschäftsmodell geworden. Die Methoden der Hersteller sind nicht immer sauber. Und bei mancher Hülse tappt der Nutzer in die Abzockfalle.
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BerlinEs begann mit einem kleinen Vogel, der nicht gegen Röhren fliegen durfte. Dann wurde das Spiel „Flappy Bird“ zu einem Hit für Smartphones und schoss an die Spitze der App-Charts. Es folgten unzählige Nachahmer. Ob Fische, Schweine, Ponys oder sogar eine „Flappy Dragqueen“ - meist wurde der Vogel einfach ausgetauscht. Noch Wochen nachdem sein Erfinder das Spiel aus den Download-Plattformen entfernt hatte, überschwemmten „Flappy Bird“-Klone die App-Stores.

Das Nachbauen von Apps hat sich zu einem eigenen Markt entwickelt. Abkupfern spart Zeit und verspricht schnelles Geld. Der Markt für mobile Spiele ist groß: Nach Zahlen des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) daddeln mittlerweile allein in Deutschland fast 21 Millionen Menschen auf Smartphones oder Tablets. Gleichzeitig gibt es mehr Konkurrenz. Die Berliner Spielefirma Wooga schätzt, dass jeden Monat etwa 1000 neue Spiele auf den großen App-Plattformen auftauchen. Wer da einen Hit landen will, braucht eine gute Idee, Zeit, Geld und viel Glück. Die Versuchung, sich einfach in den Windschatten einer beliebten App zu hängen, sind groß.

Die Nachahmer nutzen verschiedene Methoden. Manche kopieren einfach das Aussehen oder den Namen einer App und hoffen auf einen Verwechslungseffekt. Andere tauschen Werbebanner durch eigene aus und verdienen so an ihrer Kopie. Oder sie schleusen mit den geklonten Apps Schadsoftware auf die Geräte. Einmal installiert, werden im Hintergrund Daten ausgespäht oder überteuerte Textnachrichten verschickt.

Das Grundproblem sei, dass der Programmcode einer App relativ leicht zugänglich sei, sagt Candid Wüest. Er analysiert für die Sicherheitssoftware-Firma Symantec Bedrohungen im Internet. Die Programm-Bausteine der Apps zu finden, „ist eine Sache von fünf Minuten“, sagt er. Und es brauche keine großen Programmierkenntnisse, um sie in Details zu verändern und als neue App auf den Markt zu bringen. Im Internet kursieren die Anleitungen. Vor allem Android-Apps seien davon betroffen, sagt Wüest. „Bei Apple werden Apps rigoroser geprüft. Zudem gibt es nur einen Markt für iOS-Apps. Bei Android-Apps gibt es viele.“ Und gerade über die vielen kleinen Download-Shops kommen oft bösartige Apps auf die Geräte.

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