Auslandsverbindungen
Regulierer macht Weg für Telekom frei

Die Deutsche Telekom kann ihre Preise für Auslandstelefonate in Zukunft voraussichtlich ohne jede Einschränkung gestalten. In der Internet-Telefonie und bei Mobilfunktarifen muss der Exmonopolist hingegen Maßnahmen des Regulierers befürchten.

HB BONN. „Im Bereich der Auslandsverbindungen wird die Deutsche Telekom künftig auf Grund der jüngsten Entwicklungen nicht mehr länger als marktbeherrschend angesehen, so dass hier zukünftig keine Regulierung mehr erfolgen wird“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Bonn. Die EU-Kommission müsse diesen Vorschlag allerdings noch billigen. Als Grund nannte Kurth vor allem den gesunkenen Marktanteil der Telekom, der 2004 sowohl nach Umsatz als auch nach Verbindungsminuten weniger als 40 Prozent betragen habe. „Darüber hinaus ist auch eine erheblich höhere Wettbewerbsintensität als bei den Inlandsverbindungen festzustellen“, erläuterte Kurth.

Bei Auslandsverbindungen konkurriert die Telekom nach Angaben der Bundesnetzagentur mit ungefähr zehn Wettbewerbern. Die gesamte Zahl der Wettbewerber liege in einem bedeutenden zweistelligen Bereich. Das Marktvolumen für Auslandsverbindungen liege bei 900 Mill. Euro jährlich. Bei Inlandsverbindungen belaufe sich der Umsatz der Telekommunikationsunternehmen auf rund sieben Mrd. Euro, somit machen die Auslandsgespräche nur einen kleinen Teil aus. „Wir machen weder Zugeständnisse noch faule Kompromisse“, betonte Kurth. Alle Entscheidungen würden nach umfangreichem Faktenstudium und ausführlichen Analysen getroffen.

„Die Telekom ist nun nicht mehr verpflichtet, ihre Preise für Auslandsverbindungen bei der Bundesnetzagentur anzuzeigen, und ist in ihrer Tarifgestaltung frei“, erläuterte Kurth. „Mit dem ersten Markt, der in die Deregulierung kommt, geht die Bundesnetzagentur einen Schritt in die richtige Richtung“, sagte ein Telekom-Sprecher. Künftig nicht mehr reguliert werde auch der Zugang zu reinen Glasfaserleitungen, sagte Kurth. Dabei handele es sich aber um einen Geschäftskundenmarkt, der nichts mit dem jetzt angekündigten Glasfasernetz der Telekom zu tun habe, das auf vorhandenes Kupferkabelnetz aufbaue.

Der Regulierungschef äußerte sich zufrieden über die Entwicklung des Wettbewerbs, unterstrich allerdings die Notwendigkeit, dass große Teile des Telekommunikationsmarktes weiterhin reguliert werden müssten. Eine vorzeitige Lockerung wäre gefährlich für die erfreulichen Entwicklungen des Wettbewerbs.

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