Awin und Affilinet
Axel Springer will Werbevermarkter an die Börse bringen

Axel Springer und United Internet legen ihre Online-Werbevermarkter zusammen. Das Unternehmen soll dann an die Börse gehen. Bei Springer sorgt vor allem das florierende Digitalgeschäft für gute Laune.
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MünchenIm Kampf mit Google und Facebook um Werbeerlöse bündeln Axel Springer und der Web.de-Betreiber United Internet ihre Kräfte. Die beiden deutschen Konzerne fusionieren ihre Online-Werbevermarkter Awin und Affilinet und legen damit den Grundstein für einen Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens, wie Springer-Chef Mathias Döpfner und United-Internet-Chef Ralph Dommermuth am Mittwoch ankündigten. Die Aktivitäten werden unter dem Dach der Springer-Tochter Awin gebündelt, die Werbekunden an Internetseiten vermittelt.

„Durch die Bündelung der Kräfte wollen wir international noch schneller wachsen und neue Geschäftsmodelle entwickeln“, sagte Döpfner in einer Telefonkonferenz. Einen Zeitplan für den Börsengang gebe es noch nicht. Springer werde mit 80 Prozent und United Internet mit 20 Prozent an der neuen Awin beteiligt sein. Dort bringe United Internet seine Tochter Affilinet ein. Vor dieser Transaktion werde Springer zunächst den Awin-Minderheitsanteil seines Partners Swisscom übernehmen.

Awin erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 567 Millionen Euro und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 26 Millionen Euro. Affilinet kam auf 151 Millionen Euro Umsatz und knapp fünf Millionen Euro Betriebsgewinn. Die beiden Werbevermarkter konkurrieren unter anderem mit der Gruner+Jahr-Tochter Ligatus und der RTL-Tochter IP Deutschland, die beide zum Medienkonzern Bertelsmann gehören. Die globale Markmacht von US-Internetriesen wie Google und Facebook macht der Medienbranche im Werbegeschäft besonders zu schaffen.

Das florierende Digitalgeschäft stimmt Springer noch zuversichtlicher als bisher. Der Konzerngewinn werde im Gesamtjahr um einen hohen einstelligen Prozentsatz zulegen, kündigte Döpfner an. Bisher hatte Döpfner einen Anstieg innerhalb einer Spanne vom mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr war das operative Ergebnis um 6,5 Prozent auf 596 Millionen Euro gewachsen.

Im zweiten Quartal sorgten Internetangebote wie der Wirtschaftsnachrichtendienst "Business Insider" und die Kleinanzeigenportale Immowelt, StepStone und meinestadt.de für ein dickes Gewinnplus. Springers „Bild“-Zeitung punktete bei Anzeigenkunden mit einer an 41 Millionen Haushalte verteilten Gratis-Ausgabe zum 65-Jährigen Bestehen. „Die Sonderausgabe erreichte das beste Vermarktungsergebnis in der Geschichte von 'Bild'“, sagte Döpfner. Der Betriebsgewinn des Konzerns kletterte um 16 Prozent auf 170 Millionen Euro und übertraf damit die Markterwartungen.

Anleger waren begeistert: Die Springer-Aktie legte um mehr als vier Prozent zu und war damit einer der größten Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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