Bilanz des ersten Quartals
Axel Springer verkauft mehr Anzeigen

Der Berliner Verlagskonzern Axel Springer hat im ersten Quartal 2006 dank seines Kerngeschäfts mit Zeitungen und Zeitschriften den operativen Gewinn deutlich gesteigert. Der Konzern sucht nun Expansionsmöglichkeiten im Printgeschäft und in den digitalen Medien.

HB FRANKFURT. „Der Start ist zweifellos gut gelungen“, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner am Dienstag in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen (Ebita) stieg im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf 91,2 Mill. Euro. Dies erreichte Europas größter Zeitungsverlag vor allem durch höhere Erlöse im Anzeigengeschäft, die um 5,1 Prozent auf 241,7 Mill. Euro zulegten. „Die Anzeichen einer konjunkturellen Belebung machen sich bemerkbar“, sagte Döpfner. Unter anderem das „Hamburger Abendblatt“, „TV Digital“ oder „Bild der Frau“ hätten davon profitiert. Die Vertriebserlöse lagen mit 287 Mill. Euro knapp unter dem Vorjahreswert von 288 Mill. Euro. Die Auflagenzahl der Zeitungen in Deutschland gäben weiter keinen Anlass für Optimismus, sagte Döpfner. Sie ging im ersten Quartal um zwei Prozent zurück.

Trotz des anziehenden Anzeigengeschäfts sank im Verlag insgesamt der Umsatz um 2,1 Prozent auf 566,8 Mill. Euro, was Springer im Wesentlichen auf die Ausgliederung des Tiefdrucks im zweiten Halbjahr in ein Gemeinschaftsunternehmen zurückzuführte. Deshalb erwarte Springer auch im Gesamtjahr im Konzern einen leicht sinkenden Umsatz, erläuterte Döpfner. Der Erlös im Kerngeschäft solle aber leicht wachsen.

Döpfner wies zudem darauf hin, dass auch der operative Gewinn 2006 auf Grund von Investitionen unter dem Rekordniveau des Vorjahres liegen könnte. Nach seinem geplatzten Einstieg bei der Fernsehgruppe Pro Sieben Sat 1 will Springer seine Marktführerschaft im Printgeschäft verteidigen und ausbauen und sucht Expansionsmöglichkeiten im Ausland, vor allem in Osteuropa, sowie in digitalen Märkten. „Marktchancen werden wir opportunistisch prüfen und gegebenenfalls auch nutzen“, sagte Döpfner. Springer habe aber derzeit kein konkretes Akquisitionsvorhaben im Ausland. Das zum Verkauf stehende Magazingeschäft der französischen Emap sei für Springer nicht attraktiv.

„Wichtig ist, das richtige Asset zum richtigen Zeitpunkt zu bekommen“, sagte Döpfner, der profitables Wachstum als Credo ausgegeben hat. „Wir können in den kommenden Jahren auch gut ohne große Akquisitionen leben. Aber eine gute Gelegenheit könnten wir wahrnehmen“, sagte der Unternehmenschef mit Blick auf die Liquidität des Verlags, die auf 364,4 von 327,1 Mill. Euro stieg. Unter dem Strich verbuchte der Herausgeber von „Bild“ und „Welt“ im ersten Quartal einen Gewinnsprung um 41,2 Prozent auf 67,2 Mill. Euro. Hierin spiegeln sich neben der operativen Entwicklung auch Erträge aus einem Zinssicherungsgeschäfts wider, dass Springer im Zusammenhang mit der geplanten Pro Sieben Sat 1-Übernahme abgeschlossen hatte.

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