Bilanz
IDS Scheer will Umsatz bis 2010 verdoppeln

Der IT-Berater und Softwarehersteller IDS Scheer peilt im laufenden Jahr ein schwächeres Umsatzwachstum an als noch 2005. Bis 2010 sollen sich die Erlöse dann bei deutlich mehr Kunden verdoppeln.

dpa-afx FRANKFURT. "Die nächsten fünf Jahre werden viel stärker geprägt sein von organischem Wachstum", sagte Unternehmenschef Helmut Kruppke am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. "Die letzten fünf Jahre haben wir viel Geld investiert in internationales Wachstum." IDS Scheer erwäge aber auch weiterhin Übernahmen. Die Aktie setzte sich bis zum frühen Mittag an die Spitze des TecDax.

"Wir sind im Moment dabei, mit Unternehmen zu reden oder Unternehmen zu screenen", sagte Kruppke. "Wir führen bereits Übernahme-Gespräche, die mal mehr und mal weniger konkret sind." IDS Scheer blicke dabei auf China und Nordamerika. Außerdem wollen die Saarbrücker ihre Technologie-Basis erweitern. Akquisitionen im (Software-)Produktbereich seien aber eher teuer. "Das zahlt man nicht aus der Portokasse", sagte Kruppke. Daher erwäge IDS Scheer zur Finanzierung auch eine Kapitalerhöhung oder eine Wandelanleihe. "In der Vergangenheit war das Thema regionale Präsenz im Vordergrund, in der Zukunft wird das die Technologie sein." 2005 erzielte IDS Scheer den Löwenanteil seiner Umsätze in Deutschland (44%). Im Ausland stiegen die Erlöse mit 18 Prozent aber stärker als auf dem Heimatmarkt (14%).

Die Aktie der IDS Scheer AG stieg zuletzt um 2,65 Prozent auf 17,40 Euro. Die Analysten von SES sehen in der engen Zusammenarbeit von IDS Scheer und dem weltgrößten Unternehmenssoftware-Hersteller SAP ein erhebliches Potenzial für die Saarbrücker. Ab 2007 werde es erstmals SAP Lösungen mit integriertem IDS-Kernprodukt, der Aris-Softwareplattform, geben. "Ob sich die Gesellschaft tatsächlich besser entwickelt als ihre Konkurrenten, hängt unter anderem von dem Erfolg der SAP-Kooperation ab", betonten die Analysten. "Das Jahr 2006 und auch das Jahr 2007 werden unserer Ansicht nach noch nicht signifikant von der Geschäftsbelebung im SAP-Umfeld profitieren können"

IDS Scheer werde das Produktgeschäft überproportional ausbauen. Aber auch das Beratungsgeschäft werde weiter wachsen. Bereits 2005 hatte das Produktgeschäft, zu dem auch das Lizenzgeschäft gehört, stärker zugelegt (+16%) als der Consulting-Bereich (+12%). Bis 2010 soll sich der Produktanteil am Gruppenumsatz auf 40 (2005: 28%) erhöhen.

Gute Geschäftschancen sieht IDS Scheer weiter im Geschäftsprozessmanagement. "Das Geschäftsprozessmanagement und die IT zusammenbringen - dafür stehen der Name IDS Scheer und unsere Software-Plattform Aris", sagte Kruppke. "Das ganze Thema wächst in seiner Bedeutung." Eine Studie des Marktforschungsinstitutes Gartner vom Februar 2006 bestätige erneut die international führende Position der Aris-Plattform im Markt für Geschäftsprozessanalyse. Im Aris-Lizenzgeschäft legte der IDS-Scheer-Umsatz im vergangenen Jahr überproportional zu. Sie wuchsen um 17 Prozent auf 33 Mill. Euro. Dieser Trend soll sich 2006 verstärken. IDS Scheer erwartet ein Aris-Lizenzwachstum von 16 bis 18 Prozent.

Im vergangenen Jahr habe IDS Scheer bei einem 13 Prozent höheren Umsatz (318 Mill. Euro) weniger Gewinn gemacht als ein Jahr zuvor, da IDS Scheer intensiv in organisches Wachstum investiert habe, sagte Kruppke. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) sank um fünf Prozent auf 33,6 Mill. Euro. Vor Steuern erzielte IDS Scheer 30,9 Mill. Euro und damit acht Prozent weniger als 2004. Der Jahresüberschuss brach um zehn Prozent auf 18,8 Mill. Euro weg. Im neuen Jahr strebt IDS Scheer an, den Umsatz um neun bis zehn Prozent zu steigern. Die Ebita-Marge soll um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte zulegen (2005: 10,6%), bekräftigten die Saarbrücker. IDS Scheer hatte bereits am 26. Januar Eckdaten für 2005 vorgelegt.

IDS Scheer bekräftigte, die Dividende um 12,5 Prozent auf 0,18 (2004: 0,16) Euro je Aktie aufstocken zu wollen. Die Zahl der Mitarbeiter soll in den nächsten Jahren deutlich zulegen. Bis 2010 dürften etwa 4 500 bis 5 000 Menschen bei der Gruppe arbeiten (2005: 2 514), sagte Kruppke.

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