„Bild“-Konzern
Springer strebt nach Asien

Der „Bild“-Konzern Axel Springer hat ein Auge auf Indien und Südostasien geworfen und sondiert Möglichkeiten für Zukäufe. „Diese neue Strategie macht Sinn, denn in Asien gibt es hohe Wachstumschancen“, sagt ein Branchenexperte.
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DüsseldorfDer Medienkonzern Axel Springer will sich bei seiner Expansion nicht mehr länger auf Europa beschränken. „Wir wollen auch außerhalb Europas wachsen. Es gibt noch viele attraktive Märkte“, sagte Ralph Büchi, Vorstand Internationales, dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe).

Der „Bild“-Konzern sondiere „in Indien und Südostasien immer wieder Möglichkeiten für Zukäufe“, sagte Büchi, der zu Jahresbeginn in den Vorstand aufgerückt ist. In Indien ist Springer bereits eine Partnerschaft eingegangen - mit der India Today Group für die „Auto-Bild“. Zudem ist der Konzern am Auto-Internetportal „Carwale“ in Mumbai beteiligt. Diese Engagements hätten sich laut Büchi bislang „gut entwickelt“. In Singapur hat sich Springer an dem Immobilienportal iProperty beteiligt, das auch in Malaysia, Hongkong, Indonesien, Indien und Philippinen präsent ist.

„Diese neue Strategie macht Sinn, denn in Asien gibt es hohe Wachstumschancen. Man kann dort für eine verhältnismäßige günstige Summe in interessante Märkte einsteigen“, sagte Branchenexperte Frank Neumann vom Bankhaus Lampe.

Für die digitale Transformation von Axel Springer spielen die Geschäfte im Ausland eine Schlüsselrolle, denn der Anteil der digitalen Umsätze an den Gesamt-Auslandserlösen liegt bereits bei über 50 Prozent und „soll in den nächsten Jahren noch wachsen“, verspricht Büchi. „Bei der Expansion in neue digitale Märkte konzentrieren wir uns auf journalistische Portale, Online-Rubrikenmärkte und Performance Marketing.“

Axel Springer hatte in den vergangenen beiden Jahren viele hundert Millionen Euro für Internet-Investments ausgegeben. Im vergangenen Jahr erwarb der Berliner Konzern das Immobilienportal Seloger.com und zuletzt auch das zweitgrößte polnische Online-Portal Onet. Dieses Geschäft steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der polnischen Kartellbehörden.

An Geld für Investitionen fehlt es nicht. Springer verfügt laut Finanzvorstand Lothar Lanz über eine Kreditlinie von einer Milliarde Euro. Die Nettoverschuldung sank auf 315 Millionen Euro von 473 Millionen im Vorjahreszeitraum. „Wenn es die Möglichkeit gibt, durch einen Zukauf die Marktführerschaft in einem strategischen Zielsegment zu einem vertretbaren Preis zu übernehmen, greifen wir zu“, sagt Springer-Vorstand Büchi.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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