Buchhandel
Bertelsmann schließt Buchclub-Filialen

Der Buchclub des Medienkonzerns leidet seit Jahren unter schwindenden Mitgliederzahlen. Um die Kosten zu senken greift zu einem bekannten Mittel.
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FrankfurtDer Bertelsmann-Buchclub will seine Ladenkette in Deutschland ausdünnen, um in den schwarze Zahlen zu bleiben. „Bei den Filialen wird es zu einer Bereinigung kommen. Wir werden weitere Filialen schließen“, sagte Bernd Schröder, Vorsitzender der Geschäftsleitung der DirectGroup Germany, dem Handelsblatt. Derzeit betreibt der Buchclub noch knapp 200 Filialen in Deutschland, davon gehört ein Drittel zur Buchladenkette „Zeilenreich“, in der auch Nicht-Mitglieder einkaufen können. Auch bei der Marke „Zeilenreich“ werden man auf die eine oder andere Filiale verzichten müssen, berichtet Schroeder.

Durch den Internethändler Amazon und durch den Boom der Ebooks ist der stationäre Buchhandel in Deutschland unter Druck. Diese Woche hatten auch die Buchhandelsketten Weltbild und Hugendubel angekündigt, ihre Verkaufsflächen drastisch reduzieren und Standorte schließen zu wollen.

Die Buchgemeinschaft von Europas größten Medienkonzern leidet seit Jahren unter Mitgliederverlust. Die Zahl der Mitglieder des Bertelsmann-Buchclubs liegt laut Schroeder mittlerweile unter zwei Millionen. 2010 waren es noch 2,7 Millionen. Zu den besten Zeiten hatte der Buchclub über fünf Millionen Mitglieder. Die rückläufige Mitgliederentwicklung hinterlässt auch bei den Erlösen Spuren. „Beim Umsatz haben wir einen leichten Rückgang. Wir schreiben aber operativ keine Verluste“, sagt Buchclub-Chef Schroeder dem Handelsblatt. Unternehmensinsider sprechen von einem Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro.

Neben Deutschland betreibt Bertelsmann auch noch in Österreich den Buchclub Donauland. Laut Schroeder sei Donauland mit einer „sechsstelligen Mitgliederzahl“ profitabel. Im vergangenen Jahr hatten die Gütersloher sämtliche Filialen in der Alpenrepublik geschlossen, um die Kosten zu senken. Der Bertelsmann-Buchclub in der Schweiz hingegen steht unter Druck. „Dort kämpft der gesamte Markt gegen sinkende Buchpreise durch die Aufgabe der Buchpreisbindung“, sagt Schröder. Das Buchgeschäft verlaufe „befriedigend“. Der eidgenössische Club sei „leicht profitabel.“

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Buchhandel: Bertelsmann schließt Buchclub-Filialen"

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  • Auch in Hameln wurde das Zeilenreich diesen Monat geschlossen.
    Mir war jedoch als Nichtmitglied nicht bekannt, das ich auch dort meine Bücher erwerbrn kann.

    Für ältere Mitglieder ohne PC und Internetanschluß wird es dann doch sehr schwierig Ihre Bücher bei Bertelsmann zubeziehen.

    Denn kaufmännischen Entschluß kann ich Nachvollziehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bodi

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