Bundesliga und Uefa-Cup
Ein guter Tag für Premiere

Premiere hat doppelten Grund zur Freude: Erst konnte der gebeutelte Bezahlsender vermelden, dass er doch noch Bundesliga live ausstrahlen darf. Nur kurze Zeit später kam die Nachricht, dass sich Premiere auch die Übertragungsrechte für den Uefa-Cup gesichert hat. Während den Uefa-Cup alle Abonnenten sehen können, gibt es bei der Bundesliga aber eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.

HB MÜNCHEN. Premiere hat die Rechte für die Übertragung des Uefa-Cups für die kommenden drei Spielzeiten gekauft. Ab der Saison 2006/2007 werde der Münchener Sender alle Spiele ab dem Viertelfinale live übertragen, teilte Premiere am Donnerstag mit. Insgesamt zeige der Sender pro Saison 13 Spiele des Pokalwettbewerbs, der allerdings seit der Einführung der Champions League massiv an Bedeutung eingebüßt hat. Im Viertelfinale dürfe der Abo-Sender 6 der 8 Begegnungen exklusiv zeigen, im Halbfinale jeweils 1 Match pro Spieltag.

Zu dem Rechtepaket gehörten auch drei Spiele des Uefa Super Cups. Dieser wird zwischen dem Gewinner der Champions League und dem Uefa-Pokalsieger ausgespielt. Einen Preis nannte das Unternehmen nicht.

Auch bei der guten Nachricht Nummer eins wurde nicht offen über Geld gesprochen: Premiere und der neue Bundesliga-Rechteinhaber Arena hatten sich auf eine Kooperation zur Übertragung im Kabelfernsehen geeinigt. Das Fußball-Programm von Arena werde in den 13 von Kabel Deutschland (KDG) versorgten Bundesländern von Premiere übertragen, hatten die beiden Unternehmen am Donnerstag mitgeteilt. Einzelabonnements für Arena kosteten bei Premiere mit 14,90 Euro eben so viel wie bei Arena selbst. Im Gegenzug böten die Kabelnetzbetreiber der Arena-Mutter Unity Media in Nordrhein-Westfalen und Hessen – Ish, Iesy und Tele Columbus – sowie Kabel Baden-Württemberg ihren Kunden auch Premiere-Pakete an.

Das bedeutet: Wohnt ein Fußball-Fan im Einzugsbereich von Kabel Deutschland, was der Großteil der Republik ist, kann er wie gehabt die Bundesliga-Spiele über Premiere live sehen. Wohnt er hingegen im Gebiet von Ish, Iesy, Tele Columbus oder Kabel Baden-Würrtemberg, muss er auf Arena umsteigen. Über Satellit strahlt ebenfalls Arena die Spiele aus.

Bundesliga auch über schnelle Internet-Verbindung (DSL)

Mit dem größten deutschen Kabelnetzbetreiber KDG hatte sich Arena trotz monatelanger Verhandlungen nicht auf eine direkte Zusammenarbeit einigen können. KDG hatte stets erklärt, keinen Vertrag zu unterschreiben, der Verluste bringe. „Wir wollten, dass unsere Kunden die Bundesliga schauen können. Dieses Ziel ist durch die Einigung zwischen Arena und Premiere erreicht. Das ist für uns das Wichtigste“, sagte ein KDG-Sprecher. „Damit ist sicher gestellt, dass unsere Kunden keinen Grund haben, auf Satellit oder DSL um zu steigen.“

Ohne eine Einigung mit Arena hätten Premiere-Kunden Fußball in den nächsten drei Spielzeiten bis 2009 nur über das geplante Internet-Fernsehen der Deutschen Telekom sehen können, für das Premiere die Sendungen produziert soll. Die Telekom hölt die Internet-Rechte an der Bundesliga. Die neue Saison beginnt am 11. August.

Premiere war im Dezember im Bieterverfahren um die Live-Übertragungsrechte für die kommenden Bundesliga-Spielzeiten Arena überraschend unterlegen. Die Aktie des Senders hat seitdem zwei Drittel an Wert verloren. Am Donnerstag schoss die Aktie des Senders um knapp ein Drittel nach oben.

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