Carrier IQ
AT&T und Sprint bestätigen Einsatz von Schnüffelsoftware

Flucht nach vorne: Die US-Mobilfunkprovider AT&T und Sprint haben den Einsatz der Schnüffelsoftware Carrier IQ bestätigt. Sie beteuern, dies nur im Sinne der Kunden getan zu haben. Doch der Fall wirft Fragen auf.
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San FranciscoDie US-Mobilfunkprovider AT&T und Sprint haben eingeräumt, die Schnüffelsoftware Carrier IQ verwendet zu haben. Sie bestehen aber auf der Feststellung, dass Daten nur zu Zwecken der Verbesserung der Netzqualität erhoben würden. Etwa, um die Zahl von Gesprächsabbrüchen zu verringern oder den Datendownload zu verbessern. Doch warum wird dann der ganze andere Rest an Informationen erhoben?

AT&T ist sauer. „In Übereinstimmung mit unseren Datenschutzrichtlinien benutzen wir Carrier IQ ausschließlich um unser Mobilfunknetz zu verbessern und die Servicequalität zu erhöhen“, erklärt AT&T-Sprecher Mark Siegel schmallippig in einer E-Mail an das Handelsblatt. Mehr Informationen gibt es aber nicht.

Was an Daten gesammelt wird, wird nicht bekanntgegeben. Der Telefonriese fühlt sich ertappt wie ein Kind mit den Fingern im Bonbonglas, seit bekannt wurde, dass sich eine Diagnosesoftware namens Carrier IQ auf vielen AT&T-Mobiltelefonen befindet. Sie ist in der Lage, eine erhebliche Menge an Daten zu sammeln  und wird vom Software-Experten Trevor Eckhart als „Rootkit“ bezeichnet. Das ist eine besonders üble Form von Schadsoftware, weil sie sich unbemerkt auf einem Rechner einnistet und tief in das Betriebssystem eingreift.

Deutsche Telekom und Vodafone Deutschland hatten am Donnerstag die Installation die Nutzung der Software auf deutschen Smartphones ausgeschlossen. Auch ein Expertenteam des IT-Mobilfunkspezialisten Karsten Nohl konnte in einer Stichprobe keine Version von Carrier IQ entdecken.

Rootkits haben in der breiten Öffentlichkeit eine traurige Berühmtheit erlangt, als Sony Music 2005 ungefragt ein solches Programm auf Windows-Computern von Kunden installiert hatte, um Raubkopien zu verhindern. Die Software war auf Musik-CDs versteckt, installierte sich automatisch und war nicht mehr zu entfernen.

Schlimmer noch: Sie stellte ein Sicherheitsrisiko dar, weil Hacker begannen sich darauf zu spezialisieren, in das Programm und damit die Computer einzudringen.  Nach einem öffentlichen Aufschrei stoppte Sony Ende 2005 die Aktion, entschädigte die Käufer der CDs und lieferte Software, um die Kopieschutzprogramme zu entfernen.

Im aktuellen Fall hatte der Software-Hersteller, die Firma Carrier IQ aus Mountain View, zunächst von dem Software-Experten verlangt, seine Behauptungen zurückzunehmen, sonst würde er verklagt. Die Drohung wurde allerdings zurückgenommen, nachdem sich die mächtige Verbraucherorganisation Electronic Frontier Foundation hinter den 25-jährigen Blogger gestellt hatte.

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  • spionageprogramme wie z.b mspy gibt es ja schon. dass allerdings so etwas auch im betriebssystem integriert ist und natürlich auch verwendet werden kann wundert mich schon bei den deutschen strengen richtlinien.

  • Sie beteuern, dies nur im Sinne der Kunden getan zu haben.

    Wann wachen die (telefonierenden) Schafe endlich auf???

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