Chiphersteller
Intel gelingt der Einstieg ins Handygeschäft

Nach zehn Jahren vergeblicher Versuche, im Mobilfunkgeschäft Fuß zu fassen, kann der weltweit größte Chiphersteller Intel jetzt endlich einen spektakulären Erfolg vorweisen. Am Dienstag kündigte der US-Konzern an, künftig den Handyhersteller Nokia zu beliefern.

MÜNCHEN. Für Intel ist die Zusammenarbeit mit dem weltweit führenden Mobiltelefonproduzenten strategisch enorm wichtig. Denn bislang verdient die Firma aus dem Silicon Valley ihr Geld zum weitaus größten Teil mit Prozessoren für Computer. Prozessoren sind das Gehirn eines jeden Rechners. Das Problem dabei: Intel kommt auf einen Marktanteil von 80 Prozent und liegt deshalb im Clinch mit den Kartellbehörden.

Mitte Mai verdonnerte die EU den Konzern bereits zu einer Milliardenstrafe. Um zu wachsen, müssen die Amerikaner auf Feldern wie dem Mobilfunk expandieren. Darüber hinaus versucht das Unternehmen aber auch mit Autoherstellern, Maschinenbauern und Medizintechnikanbietern ins Geschäft zu kommen.

Intel und Nokia teilten am Dienstag mit, gemeinsam Handys sowie ein Betriebssystem für Mobiltelefone zu entwickeln. Die Geräte sollen deutlich mehr Rechenleistung besitzen als die heutigen Apparate. Zudem sollen die Nutzer künftig ständig mit dem Internet verbunden sein. Allerdings ist unklar, wann die ersten Produkte in die Läden kommen werden und welche Stückzahlen geplant sind.

Die Allianz bringt nach Ansicht von Analysten für beide Seiten Vorteile. Intel dringt damit in die Domäne von Konkurrenten wie ARM, Qualcomm und Texas Instruments ein, die bislang das Geschäft mit Handychips dominieren. Nokia wiederum kann durch die Kooperation Funktionen und Anwendungen aufs Handy bringen, die den Kunden vom Computer her bekannt sind.

Mit einem Marktanteil von etwa 36 Prozent ist Nokia nach Angaben der Marktforscher von Gartner der mit Abstand größte Handyanbieter der Welt. Allerdings ist der Marktanteil der Finnen zum Jahresanfang im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte gefallen. Samsung als Nummer zwei kommt auf 19 Prozent.

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