Chiphersteller
Spansion Japan beantragt Gläubigerschutz

Die Krise in der Chipbranche hat nach dem deutschen Hersteller Qimonda ein weiteres Opfer gefordert. Die japanische Tochter des weltweit drittgrößten Herstellers von Flash-Chips, Spansion, beantragte am Dienstag Gläubigerschutz. Die US-amerikanische Mutter werde davon aber nicht "wesentlich" beeinträchtigt.

HB TOKIO. Neben dem allgemeinen Preisverfall am Chipmarkt machte Spansion Japan zu schaffen, dass die von ihm hergestellten NOR-Chips immer mehr an Popularität verlieren. Sie kommen vor allem in älteren Handys sowie in Billigprodukten zum Einsatz, mit denen keine Musik oder Videos aus dem Internet heruntergeladen werden können. Da die Industrie aber immer mehr auf Zusatzangebote setzt, braucht sie die teureren Nand-Chips, die über weitaus mehr Kapazität verfügen.

Der US-Konzern Spansion erklärte, dass seine weltweiten Aktivitäten nicht "wesentlich" von dem Gläubigerschutz der japanischen Tochter beeinträchtigt würden. Es sei genügend Geld vorhanden, um das kurzfristige Überleben zu gewährleisten. "Wir beabsichtigen, dass Spansion Japan während der Restrukturierungsphase in Betrieb bleibt", hieß es in einer Erklärung des Unternehmens, an dem Fujitsu mit 11,4 Prozent und Advanced Micro Devices mit 8,7 Prozent beteiligt sind.

Im vergangenen Monat hatte Qimonda als erster der großen Chiphersteller nach wochenlangem Überlebenskampf Insolvenz angemeldet. Die Infineon-Tochter leidet vor allem unter dem massiven Preisverfall bei Dram-Chips. Eine Trendwende ist dem Forschungsinstitut iSuppli zufolge nicht in Sicht. iSuppli rechnet mit einem Rückgang der Dram-Umsätze in diesem Jahr von 15 Prozent. Noch vor einem Monat hatte das Institut nur ein Minus von vier Prozent prognostiziert. Die Preise für die hauptsächlich in PCs eingesetzten Dram-Chips seien im vierten Quartal im Schnitt um 38 Prozent gefallen.

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