Computerchiphersteller
Intel schockt den Markt

Viele Analysten sind schockiert: Jetzt auch noch Chipriese Intel. Der Weltmarktführer hat seine Umsatzprognose stark reduziert. Für die gesamte Technologiebranche bedeutet das nichts Gutes: Harte Zeiten stehen an.

HB NEW YORK. Wegen weltweit flauer Nachfrage hat der US-Chipgigant Intel seine Prognose gesenkt und damit die gesamte Technologiebranche zum Zittern gebracht. Der Weltmarktführer reduzierte seine Umsatzprognose für das vierte Quartal am Mittwoch um 14 Prozent auf rund neun Mrd. Dollar. Im dritten Quartal hatte Intel ungeachtet der Finanzkrise noch 10,2 Mrd. Dollar Umsatz erwirtschaftet. Analysten waren schockiert. Da Intel als Stimmungsbarometer für die Technologiebranche gilt, rechnen sie auch bei anderen Unternehmen mit Einbußen. Die Chip-Hersteller National Semiconductor und Applied Materials kündigten wegen schwacher Geschäfte bereits Stellenstreichungen an.

Analysten hatten mit einer Reduzierung der Intel-Prognose gerechnet, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Nun müsse man sich im Technologiesektor auf neue Realitäten einstellen, sagte Analystin Taunya Sell von Wells Fargo. "Natürlich wird das auch Auswirkungen auf Microsoft im PC-Markt haben." Für ihren Kollege John Dryden deutet die neue Intel-Vorhersage auf ein extrem schwaches Weihnachtsgeschäft hin. "Wenn der Umsatz so tief fällt, heißt das, die Menschen haben ihren Urlaubs-Konsum im Wesentlichen eingestellt." Intel erklärte, die Nachfrage bleibe in allen Regionen und Marktsegmenten deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch die Prognose für die Gewinnspanne nahm der Konzern herunter. Intel-Aktien fielen nachbörslich um gut sieben Prozent und zogen die US-Aktienfutures mit in den Keller.

Der US-Chiphersteller Applied Materials kündigte nach einem Gewinneinbruch die Streichung von 1800 Stellen an - rund zwölf Prozent der Belegschaft. Der Konzern verdiente im vergangenen Quartal nur noch gut halb so viel wie vor einem Jahr. Der Umsatz sank um 14 Prozent auf rund zwei Mrd. Dollar. "Die Tumulte an den Finanzmärkten in den letzten sechs Wochen sind beispiellos. Die Abschwächung der Weltwirtschaft wird alle Geschäftsbereiche von Applied erheblich belasten", sagte Firmenchef Mike Splinter.

Konkurrent National Semiconductor schraubte seine Umsatzprognose für das laufende Quartal herunter und kündigte den Abbau von 330 Stellen an. Das Marktumfeld und die Auftragseingänge hätten sich in den letzten Monaten signifikant verschlechtert, teilte der Konzern mit. Besonders die Geschäfte der Handy-Chipsparte, die rund ein Drittel des Umsatzes ausmache, seien schwächer verlaufen.

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