Computerspielemesse Gamescom
Traut euch was!

Fortsetzung folgt bestimmt: Wenn ein Computerspiel Erfolg hat, ist der Nachfolger nicht weit. Doch dieses Mal zeigen die Hersteller auf der Gamescom erstaunlich viele neue Ideen. Eine Wette auf die Zukunft – und Treue.
  • 1

KölnIn einem Preis steckt viel Wahrheit. Ein Ticket für die Gamescom kostet bei Ebay derzeit gut und gerne 80 oder sogar 100 Euro - dabei verlangt die größte europäische Computerspielemesse regulär einen jugendverträglichen Eintrittspreis von 15,50 Euro. An den langen Warteschlangen vor den Ständen werden die Besucher trotz des Aufpreises nicht vorbeikommen, wenn die Hallen am Donnerstag fürs Publikum öffnen.

Das riesige Interesse zeigt es: Computerspiele sind längst ein Massenmedium. Und weil Microsoft und Sony im vergangenen Jahr ihre neuen Konsolen auf den Markt gebracht haben, ist das Interesse größer denn je. Ein Schwung von extra entwickelten Spielen für Xbox One und Playstation 4 kommt in den nächsten Monaten heraus. Software verkauft Hardware, lautet eine wichtige Regel in der Branche.

Dabei wagen die Hersteller für ihre Verhältnisse viel Neues. Natürlich gibt es die üblichen Fortsetzungen, von der Fußballsimulation „Fifa 15“ über die neue Version des Ego-Shooters „Call of Duty“ bis zur historischen Action-Saga „Assassin's Creed Unity“ - da die Marken bekannt und die Figuren beliebt sind, ist der Umsatz fast garantiert. Doch was auffällt: Viele Titel tragen keine Nummer oder Namensvarianten, sie sind komplette Neuentwicklungen.

„Es tut sich jetzt die Chance auf, neue Marken zu erschaffen“, sagt Yves Guillemot, Chef des französischen Herstellers Ubisoft, im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Das ist gut für die Branche, es bringt Kreativität und Abwechslung.“ Angesichts des breiten Angebotes sei der Markt derzeit aber schwer zu lesen. Mit anderen Worten: Es läuft ein Rennen darum, wer es zuerst in die Köpfe der Spieler schafft. Ubisoft gelang es etwa, von seinem Abenteuerspiel „Watch Dogs“ um einen Hacker binnen weniger Monate acht Millionen Kopien zu verkaufen. Fortsetzung folgt mit Sicherheit.

Kommentare zu " Computerspielemesse Gamescom: Traut euch was!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zu 3 Zitaten aus dem Artikel:
    1.) „Plattform wichtig - nicht weil die Entwicklung in kleinen Studios billiger sei, sondern weil sie Kreativität ermögliche. Bei der Entwicklung hilft die Vernetzung: „Heute können die Entwickler ein Spiel online anteasern und schauen, wie das Feedback ist“, …
    2.) „Ob diese Vielfalt von Dauer ist, bezweifeln Experten allerdings. „Die großen Unternehmen müssen Marken mit mehreren erfolgreichen Spielen aufbauen, um eine Querfinanzierung neuer Projekte zu ermöglichen“, …
    3.) „Es könnte eines Tages an Geld fehlen, um Neues zu wagen. Was im Moment gut ist für die Spieler, schadet also womöglich den Entwicklern.“
    Und jetzt (endlich?) das, worauf ich eigentlich hinaus will (nämlich zur Schlagzeile dieses Artikels, „Traut euch was!“:

    Bitte dabei das Wichtigste nicht vergessen:

    Das Leben ist kein Spiel!

    Ansonsten stimmt alles (besonders, was den Einfluss der Verfügbarkeit (oder auch Nichtverfügbarkeit) von Geld angeht).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%