Der neue CEO John Swainson muss die Bilanzen des Softwarekonzerns nochmals korrigieren
Computer Associates ringt um Vertrauen

Der Softwarekonzern Computer Associates (CA) kommt nicht zur Ruhe. Wegen neuerlicher Unstimmigkeiten in den Büchern muss der US-Softwareproduzent aus Islandia bei New York seine Bilanzen vom Jahr 2000 an nochmals durchrechnen.

FRANKFURT/M. Dabei geht es laut CA-Finanzchef Robert Davis, um einige wenige Aufträge hauptsächlich aus dem Jahr 1998, deren Umsatz in spätere Jahre gebucht werden muss.

Doch die neuerliche Öffnung der Bücher könnte den Jahresbericht für die US-Börsenaufsicht SEC verzögern und das hätte negative Folgen. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s hat den Ausblick für das Kredit-Rating von derzeit BBB- bereits auf „negativ“ gesenkt. Sollte die Abgabe des Jahresberichts sich weiter hinauszögern, will die Agentur ihr Rating senken.

Sollte es dazu kommen, wäre das ein Rückschlag für den neuen Vorstandschef John Swainson, der besonders bei Investoren um Vertrauen in den weltweit fünftgrößten Softwareproduzenten wirbt.

Seit Februar 2005 ist Swainson CEO von Computer Associates, nachdem er zuvor 26 Jahre Erfahrung im Softwaregeschäft bei IBM gesammelt hat. Dabei hat er den CA-Chefposten in einer für das Unternehmen schweren Zeit angetreten. Manipulationen in Höhe von 2,2 Mrd. Dollar hatten CA vor drei Jahren in eine Krise gestürzt. Neben 225 Mill. Dollar Strafe wurden in Folge des Skandals 14 hochrangige Manager inklusive des Vorstandschefs entlassen.

„Es ist nicht zu bestreiten, dass CA ein Problem in der Führungsebene hatte“, sagt Swainson im Gespräch mit dem Handelsblatt. Doch als Auftrag zur Rettung des Unternehmens will er seinen neuen Job nicht sehen. „Ich wurde allerdings vom Aufsichtsrat klar beauftragt CA umzuformen.“

Eine Aufgabe, die sowohl nach innen wie nach außen eine Herausforderung ist. Denn 2004 hat der durch eine große Zahl von Übernahmen gewachsene Konzern bei einem Umsatz von 3,5 Mrd. Dollar nur einen schmalen Nettogewinn von 10 Mill. Dollar erreicht. Und auch die Gewinne des ersten Quartals fielen mit 17 Mill. verhalten aus. „CA hat eine sehr konservative Bilanzierungsmethode eingeführt und deshalb werden die Gewinne auch nicht sprunghaft sondern kontinuierlich über die Zeit steigen“, kündigte Swainson an.

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