Deutsche Telekom
Obermann verteidigt seine neuen starken Damen

Nachdem die Bestellung von zwei Frauen in den Vorstand auf schwere interne Kritik gestoßen ist, geht Telekom-Chef René Obermann im Interview mit dem Handelsblatt in die Offensive - und verteidigt seine Damenwahl.
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DüsseldorfEs sollte eigentlich ein Tag des Triumphes werden, doch die Bestellung von zwei Frauen zu Vorständen hat Telekom-Chef René Obermann intern Ärger eingebracht. Die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat fühlten sich bei der Wahl von Marion Schick zum neuen Personalvorstand im Kontrollgremium schwer übergangen und sorgten für einen Eklat, indem sie die Sitzung unter Protest verließen. Am Tag danach geht Obermann nun in die Offensive. Im Interview mit dem Handelsblatt verteidigt er die neue Herrin über weltweit mehr als 200.000 Mitarbeiter.

So sagte Obermann zum Vorwurf, es habe keine ausreichende Dialogbereitschaft über die Personalie gegeben: „Exzellente Kandidaten haben Alternativen und dann muss man handeln. In dem Fall habe ich der Persönlichkeit den Vorrang vor dem Verfahren gegeben.“

Er sei sich aber sicher, dass sich die Situation schnell klären werde. „Frau Schick hat das Herz am richtigen Fleck und besitzt eine hohe Arbeitnehmer-Orientierung, das werden die Mitarbeiter und auch die Arbeitnehmervertreter schnell merken“, sagte Obermann. Das ist auch dringend nötig, denn so startet Schick bislang nicht mit den besten Voraussetzungen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Obermann schob den Ärger der Arbeitnehmervertreter vor allem auf Fragen zum Prozedere. Es sei weniger um die Person Schick gegangen. „Deshalb habe ich in gewisser Weise auch Verständnis dafür, dass es auf Arbeitnehmerseite Irritationen gab. Andererseits: Wir haben niemanden gedrängt und nichts durchgeboxt", so der Telekom-Chef.

Lothar Schröder, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Verdi-Bundesvorstand, sprach indes von einem „Schlag gegen die Grundkultur“ bei der Deutschen Telekom. „Das wird nicht dazu beitragen, dass die laufenden Konflikte mit dem Management geringer werden“, sagte Schröder in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Schröder kritisierte dabei nicht die Personalie Schick als solche
oder das Vorhaben, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, sondern er rügte das Verfahren. Wie schon bei die Berufung von Sattelberger 2007 seien die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat erneut übergangen worden.

Schick wird nun wohl erst einmal ein hartes Fell brauchen - aber das hat sie wahrscheinlich auch. die künftige Personalchefin bei der Telekom, hat Erfahrung als Managerin mit Personalverantwortung Die studierte Diplom-Handelslehrerin und promovierte Wissenschaftlerin wurde im Jahr 2000 als erste Frau in den Chefsessel einer bayerischen Hochschule berufen; im Alter von 42 Jahren wurde sie Präsidentin der Fachhochschule München. Im Oktober 2008 wurde Schick dann als erste Frau in den Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft in München aufgenommen. Schließlich holte sie der damalige baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) als Chefin in das wohl exponierteste Ressort seiner Regierung - das Kultusministerium.

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  • Es war nicht anders zu erwarten. Mc Kinsey platziert seine ehemaligen Direktoren in allen großen Konzernen. Zumwinkel, Appel jetzt Frau Nemat um nur einige wenige zu nennen. Ich finde es sehr bedenklich, wie Mc Kinsey seine menschenverachtende Mitarbeiterführung (natürlich subtil und nicht fassbar) in allen Konzernen verteilt. Abschreckend! Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat haben ihre Unabhängigkeit mit dem Mandat abgegeben und sind nur noch Papiertiger. Schade!

  • Ich bin ja für Gleichberechtigung, aber sind wir doch mal ehrlich, dank der Frauenquote werden Frauen sich immer verteidigen müssen, ob sie ihren Job nur dank der Quote oder objektiv dank ihrer Fähigkeiten erhalten haben. Ich kann mir nicht vorstellen dass die Frauen so glücklich mit dieser Thematik werden.

    Natürlich soll die am besten geeignete Person einen Job erhalten, egal ob Mann oder Frau, aber die Quote wird der Entwicklung nicht hilfreich sein. Wer will schon der Quotenhansel sein?

    Aber ist ja schön, dass wir anscheinend momentan keine "wichtigeren" Probleme haben...

  • ...und noch etwas fieser - da brauchen wir uns alle keine Illusionen zu machen.

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