DFL ist unzufrieden
Kartellamt will die „Sportschau“ retten

Das Bundeskartellamt hat der Deutschen Fußball Liga Vorschläge unterbreitet, wie die Bundesliga künftig im Fernsehen übertragen werden sollte. Zwar wird die Entscheidung der Wettbewerbshüter erst in den kommenden Wochen erwartet. Aber die Behörde plädiert in ihrem Schreiben bereits für eine zeitnahe Übertragung der Ligaspiele im frei empfangbaren Fernsehen.

BERLIN. Dies sei Bedingung für die Zustimmung zur Zentralvermarktung, wichtigster Bestandteil des TV-Vertrags der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit der Firma Sirius des Medienunternehmers Leo Kirch. Das Abkommen soll ab der Saison 2009/2010 in Kraft treten. Die Wettbewerbshüter prüfen seit Monaten den Sechs-Jahres-Vertrag mit einem Gesamtvolumen von drei Mrd. Euro.

Die Forderung des Kartellamts sei zwar nicht mehr als ein Zwischenstand, sagte einer der Beteiligten dem Handelsblatt, sollte es aber so kommen, müsste die Liga bei der kommenden Ausschreibung der Bundesliga-Rechte mit deutlichen Einnahmeverlusten rechnen.

Entsprechend reagierte Liga-Vize Peter Peters auf die Vorschläge aus Bonn: "Das Kartellamt kann der Liga und ihren Partnern weder Sendezeiten noch Preisgestaltung diktieren", sagte Peters dem Handelsblatt. "Damit würde ein erfolgreiches System mit einer ausgeglichenen Liga und günstigen Eintrittspreisen in seinen Grundfesten erschüttert." In dem Kartellamts-Schreiben wird die Bundesliga-Zusammenfassung vor 20 Uhr im Free-TV als notwendig für die Genehmigung der Zentralvermarktung genannt. Bisher hat die DFL ihre TV-Rechte für alle 36 Bundesligisten stets im Paket verkauft. Für das Bonner Amt sei die Zentralvermarktung aber nur dann hinnehmbar, wenn die Allgemeinheit davon einen Nutzen habe.

Die vorläufige Ausschreibung der DFL sah indes vor, den Bundesliga-Spieltag stärker aufzusplitten als bisher, um durch die einheitliche Produktion von Bild und Kommentar für das Pay-TV neue Anbieter zu gewinnen und damit das faktische Monopol des Bezahlsenders Premiere zu brechen. Allerdings hat die Liga auch ein Modell entworfen, nach dem die "Sportschau" in der ARD bei einem entsprechenden Gebot nach wie vor um 18.30 Uhr eine Zusammenfassung von fünf - statt bisher sechs - Spielen zeigen könnte.

Die offizielle Ausschreibung hat die DFL aber noch nicht vorgenommen. "Wir warten noch auf Grünes Licht vom Kartellamt", hieß es dazu in der DFL-Zentrale. Nach Angaben des Kartellamts laufen die "konstruktiven Gespräche" in den kommenden Wochen weiter. Die DFL gerät durch den langen Prüfvorgang des Kartellamtes laut Peters aber unter Zeitdruck. "Die Klubs brauchen Planungssicherheit", sagte Peters.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%