Die Verknüpfung aus Internet und TV bei NBC Giga eröffnet neue Werbemöglichkeiten
Kleine Fernsehsender brauchen klare Zielgruppen

Der kleine Sender NBC Giga setzt auf treue Anhängerschaft statt aufs Massenpublikum und schafft damit die Möglichkeit, Zielgruppen exakt anzusprechen. Zusätzlich will der Minikanal das Geschäft abseits der klassischen Unterbrecherwerbung ausbauen und folgt damit US-amerikanischen Vorbildern. Die Unternehmen nehmen diese neue Art der Werbevermarktung allerdings noch zögerlich an.

HB DÜSSELDORF. Klassische Unterbrecherwerbung beschert den deutschen Fernsehsendern Milliardeneinnahmen. Doch langsam wächst bei den Werbekunden die Erkenntnis, dass die Reklamespots hohe Streuverluste beinhalten. Die Chefs von RTL, Sat 1 oder Pro Sieben sprechen mit ihren Kunden verständlicherweise nur ungern über solche Themen. „Kein Frosch legt den Teich trocken, in dem er schwimmt“, sagt NBC-Giga-Chef und Gesellschafter Helmut Keiser über das Verhalten der übermächtigen Konkurrenz.

Giga, ein kleiner Sender im Düsseldorfer Medienhafen, geht bewusst einen anderen Weg. Giga setzt auf treue Anhängerschaft statt aufs Massenpublikum. Mit einer kleinen, aber klar definierten Anhängerschaft bietet der zum amerikanischen Medienkonzern NBC Universal gehörende Minikanal – 140 Mitarbeiter, Durchschnittsalter 24 Jahre – nicht nur die Möglichkeit, Zielgruppen, exakt anzusprechen, gleichzeitig ermöglicht der Sender seinen Werbekunden eine Doppel-Strategie: Sie können die Zuschauer sowohl per Fernsehen als auch über das Internet ansprechen. Im TV-Programm werden werberelevante Themen transportiert, die dann im Internet werbegerecht vertieft werden.

So strahlt Giga beispielsweise eine Talkshow mit einem Manager der Düsseldorfer Victoria Versicherung aus. Online können die jungen Zuschauer dann das Thema Privatrente diskutieren, Informationen von Versicherern abrufen oder mit Experten in Kontakt treten. „Wir haben es geschafft, aus Individualkommunikation Massenkommunikation zu machen. Das ist einmalig“, sagt Keiser stolz. Giga schätzt, dass 300 000 bis 500 000 Zuschauer sowohl den Sender als auch das Internet nutzen. Die Zahl der täglichen Zuschauer beläuft sich auf schätzungsweise 900 000.

Die Unternehmen nehmen diese neue Art der Werbevermarktung allerdings noch zögerlich an: „In der Wirtschaft müssen wir noch Überzeugungsarbeit leisen. Viele Unternehmen sind träge und schalten lieber Werbespots, statt eine komplexe Werbestrategie inhaltlicher Art zu entwickeln“, sagt der ehemalige Journalist Keiser. Doch mittlerweile scheint das Konzept aufzugehen. Neben Victoria schätzen auch der Mobilfunker E-Plus, das Telekomunternehmen Debitel oder die Sony-Tochter Columbia TriStar das Angebot. Erstmals seit der Gründung vor sechs Jahren will der Kanal in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben. In der Schublade liegen sogar Expansionspläne: Ein Spielesender rund um das Thema Sport ist in Planung.

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