Digitales Satellitenfernsehen
Private wollen Zuschauer zur Kasse bitten

Wer die werbefinanzierten Programme der Sendergruppen RTL und Pro Sieben Sat 1 digital per Satellit empängt, soll dafür Gebühren zahlen. Damit können sich die TV-Anbieter ihre Eigenwerbung „Free-TV“ künftig sparen.

HB KÖLN/MÜNCHEN. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" verhandeln die beiden Privatfernsehgruppen seit Monaten mit dem Satellitenbetreiber SES Astra über eine Verschlüsselung ihrer Programme im digitalen Satellitenfernsehen. Würden die Pläne Realität, benötigten Fernsehhaushalte zur Entschlüsselung der Programme an ihrem Satellitenempfangsgerät ein Zusatzmodul - vergleichbar mit dem Decoder des Pay-TV-Anbieters Premiere. Im Gespräch sei eine monatliche Gebühr von etwa drei Euro.

Ende vergangenen Jahres hatten bereits rund 4,5 Millionen deutsche Haushalte digitales Satellitenfernsehen. Neuere Marktzahlen liegen noch nicht vor. Die "FAZ" schreibt, bisher gebe es zwar noch keine bindende Vereinbarung zwischen den Sendern und SES Astra. Die Verhandlungen seien aber weit vorangekommen. "Die Ankündigung der Pläne ist demnächst denkbar, die Einführung ist für 2007 realistisch", zitiert die Zeitung Verhandlungskreise.

Die Fernsehsender und SES Astra hielten sich zu dem Thema zunächst bedeckt. Der Satellitenbetreiber lehnte eine Stellungnahme ab. Ein RTL-Sprecher sagte lediglich, die Sendergruppe prüfe "viele Optionen". Eine Sprecherin von Pro Sieben Sat 1 sagte, das Thema stehe derzeit nicht auf der Tagesordnung.

Laut "FAZ" dürften die Partner die Entscheidung des Bundeskartellamts zur umstrittenen Übernahme von Pro Sieben Sat 1 durch die Axel Springer AG abwarten wollen. Die Verschlüsselungspläne könnten die Skepsis der Wettbewerbshüter gegenüber dem Geschäft weiter verstärken. Das Kartellamt hatte kürzlich erklärt, es halte den Zusammenschluss wegen der zu erwartenden Marktmacht des fusionierten Unternehmens für nicht genehmigungsfähig.

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