Digitalkamera-Boom
Nikon und Olympus gewinnen gegen den Trend

Die Nachfrage nach Digitalkameras boomt. Doch viele Hersteller müssen dennoch sinkende Gewinne verkraften, weil die Preise im Keller sind. Nicht so Nikon und Olympus im dritten Quartal.

HB TOKIO. Mit leichter zu bedienenden Einsteigermodellen gewannen die beiden Konzerne neue Kundenkreise für digitale Spiegelreflexkameras, wie sie am Montag mitteilten. Zudem setzten sie verstärkt darauf, nicht um jeden Preis Marktanteile zu gewinnen. Sie konnten sich damit den Folgen des branchenweiten Preisrutsches bei den Geräten entziehen. Zusätzlich profitierten die Unternehmen von der Schwäche des Yen, die die Exporteinnahmen japanischer Unternehmen erhöht. Für das Gesamtjahr hoben die beiden Konkurrenten des Branchenprimus Canon ihre Prognosen an.

Der weltweit fünftgrößte Digitalkamera-Hersteller Nikon verzeichnete von Oktober bis Dezember einen Anstieg des operativen Gewinns um rund 85 Prozent auf 233 Mill. Euro (36,6 Mrd. Yen) und lag damit weit über den Analystenerwartungen. Der Betriebsgewinn des viertgrößten Anbieters Olympus kletterte im gleichen Zeitraum um 66 Prozent auf 227 Mill. Euro und übertraf die Erwartungen damit um rund die Hälfte.

Hintergrund der unerwartet starken Zahlen ist ein sprunghaftes Wachstum des Markts für Digitalkameras: 2006 verzeichneten die japanischen Hersteller ein Absatzplus von insgesamt 22 Prozent. Bei Spiegelreflex-Digitalkameras (DSLR) betrug die Steigerung sogar 38,9 Prozent, wie der Branchenverband vergangenen Monat berichtete. Angesichts dieser Zahlen bemühen sich in diesem Marktsegment immer mehr Anbieter darum, Canon ein Stück seines Marktanteils von mehr als 50 Prozent abzujagen. Für 2007 rechnet der Branchenverband allerdings mit einer deutlichen Verlangsamung des Wachstums auf 7,5 Prozent für den Gesamtmarkt und 13,9 Prozent für DSLR-Modelle.

Olympus und Nikon wollen wachsen

Seine Gewinnerwartung für das Gesamtjahr erhöhte Olympus um 4 Prozent auf 599 Mill. Euro. Das Unternehmen fährt auch mit seinem 70-prozentigen Marktanteil bei medizinischen Endoskopen satte Gewinne ein und berichtete, neue Produkte etwa für die hochauflösende Bildgebung verzeichneten ein starkes Wachstum. Für das im März endende Geschäftsjahr erhöhte das Unternehmen auch sein Absatzziel für Digitalkameras auf 9,5 Mill. Geräte von zuvor 9 Millionen.

Nikon hob seine Gewinnerwartung um 9 Prozent auf 605 Mill. Euro an. Als Hauptgrund nannte Finanzchef Ichiro Terato die Auswirkungen der Yen-Schwäche. Im abgelaufenen Quartal habe sie den Gewinn des Unternehmens allein um 64 Mill. Euro gesteigert. Für das Gesamtjahr peilt Nikon einen Absatz von 8,55 Mill. Digitalkameras an nach 8,45 Mill. im Vorjahr. Nikon profitierte auch vom robusten Geschäft mit seinen Maschinen zur Herstellung von Chips und LCD-Displays, so genannten Steppern. Nikon ist in dieser Sparte weltweit Nummer zwei hinter dem niederländischen Hersteller ASML.

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